19.08.2014

Riester im Test: So finden Sie die richtige Riester-Sparform

Riester im Test Special

Sicher ist: Die gesetzliche Rente allein wird im Alter für viele nicht ausreichen. Sicher aber auch: Für Riester-Verträge gibt es Zulagen, Steuer­vorteile und Garan­tien, die diese Sparformen interes­sant machen. Finanztest hat alle Riester-Tests aktualisiert: Wohn-Riester, Riester-Renten­versicherung, Riester-Bank­sparplan, Riester-Fonds­sparplan und Fonds­gebundene Riester-Renten­versicherung. Hier erfahren Sie, welche Sparform für Sie am besten geeignet ist – und finden alle aktuellen Tests.

Orientierung und Test­ergeb­nisse

Welches Riester-Produkt ist für wen am Besten geeignet? Die Grafik und die Erklärungen zu allen Riester-Sparformen helfen bei der Orientierung. Welche konkreten Riester-Angebote gut sind und welche nichts taugen, zeigt der Blick in die Tests von Finanztest. Eins ist klar: Die Rendite durch Zulagen kann sich oft sehen lassen und beträgt manchmal mehr als 8 Prozent im Jahr. Die Zulagen sind unabhängig von den nied­rigen Zinsen der Rentenmärkte und der Unbe­ständig­keit der Aktienmärkte. Mehr über die Zulagen im aktuellen Special Glanzvolle Rendite durch Zulagen.

Mehr Rendite aus fonds­gebundenem Riester-Vertrag

Viele Kunden mit einer fonds­gebundenen Riester-Versicherung können deutlich mehr aus ihrer Police heraus­holen, indem sie ihr Geld chancenreicher anlegen. Denn: Einen Teil des Spar­guthabens legen die Versicherer in Investmentfonds an und häufig können sich Riester-Sparer zwischen mehreren Fonds entscheiden. Die Tester haben sich die Fonds­auswahl von 35 Riester-Fonds­policen angeschaut. Wie Sparer das Beste aus ihrer Versicherungs­police machen können, zeigt der Test.

Der Test Riester-Fondspolicen: Durch Fondswechsel mehr herausholen  (Finanztest 4/2014)

Fonds­gebundene Riester-Renten­versicherung

Fonds­gebundene Riester-Renten­versicherungen bieten vergleichs­weise hohe Rendite­chancen – bei erhöhtem Risiko: Es kann passieren, dass am Ende der Anspar­zeit lediglich die Kapital­garantie übrig bleibt, die Anbieter von Riester-Verträgen geben müssen. Das Risiko also ist begrenzt. Verlieren können Anleger nichts.

Im Über­blick: Fonds­gebundene Riester-Renten­versicherungen

  • Produkt: Staatlich geförderte fonds­gebundene Renten­versicherung. Für das Geld der Sparer stehen bis zu drei verschiedene Anla­gebau­steine zur Verfügung, die auf unterschiedliche Art miteinander kombiniert werden können. Das Angebot umfasst Fonds zur freien Auswahl (ohne Garan­tiefonds), vom Anbieter vorgegebene Fonds und dazu bei fast allen Versicherungs­produkten das konventionelle Deckungs­kapital.
  • Vorteil: Bieten hohe Rendite­aussichten – je höher der Aktienfonds­anteil, desto höher sind sie.
  • Nachteil: Die Kostenbelastung ist bei Versicherungs­unternehmen sehr hoch. Insbesondere in den ersten Versicherungs­jahren werden die Abschluss­kosten fällig, sodass in dieser Zeit weniger Kapital für die Anlage verbleibt.
  • Geeignet für: Vor allem jüngere Kunden. Älteren Kunden kann es passieren, dass die Kombination aus hoher anfäng­licher Kostenbelastung und Umsetzung der gesetzlichen Garantie die Rendite­chancen verdirbt. Eine Alternative mit hoher Sicherheit, aber geringeren Rendite­chancen sind Riester-Bank­sparpläne.

Der Test Riester-Fondspolicen: Der Riester mit dem Extra (Finanztest 12/2012)

Aktuell: Wohn-Riester-Förderung 2014 noch attraktiver

Ab 2014 können viel mehr Haus­eigentümer als bisher die Riester-Förderung nutzen, um Schulden schnell zu tilgen. Das lohnt sich mehr als Riester-Sparen, denn viele Riester-Verträge haben derzeit nur eine magere Rendite. Für Haus­eigentümer ist es also besser, wenn sie mit dem Riester-Kapital erst einmal Schulden bezahlen. So sparen sie Kreditzinsen. Dies ist unterm Strich güns­tiger.

Das Special Neue Förderung fürs Eigenheim: Schulden weg mit Riester (Finanztest 1/2014)

Wohn-Riester

Riester-Bauspar­verträge sind erste Wahl, um für ein Eigenheim zu sparen. Sie sind genauso gut wie unge­förderte Bauspar­verträge, bringen aber zusätzlich viele Tausend Euro an Zulagen und Steuer­vorteilen. Die Konditionen für das spätere Darlehen stehen heute schon fest. So können sich Sparer nied­rige Kreditzinsen von 1,5 bis 3,5 Prozent bereits viele Jahre im Voraus für ihre Eigenheim­finanzierung sichern. Der Riester-Bauspar­vertrag ist gut geeignet für Kunden, die in einigen Jahren ein Eigenheim bauen oder kaufen wollen. Finanztest hat 13 Bausparkassen geprüft und für vier verschiedene Modell­fälle die jeweils güns­tigsten Riester-Tarife ermittelt.

Im Über­blick: Wohn-Riester (Darlehen und Kombikredite)

  • Produkt: Wohn-Riester gibt es neben dem Riester-Bauspar­vertrag auch als Darlehen mit direkter Tilgung (Annuitätendarlehen) von Banken und als Kombikredite von Bausparkassen. Im aktuellen Test schneiden die Wohn-Riester-Kombikredite der Bausparkassen besser ab.
  • Vorteil: Zur Finanzierung einer Immobilie ist die Riester-Förderung ideal.
  • Nachteil: Es gibt nur wenige Angebote von Banken. Güns­tige Kombikredite der Bausparkassen gibt es oft nur bis zu 70 bis 80 Prozent des Immobilien­werts.
  • Geeignet für: Riester-Darlehen und Riester-Kombikredite für Sparer, die sofort eine Immobilie kaufen wollen, die sie selbst nutzen werden.

Der Test Riester Bausparverträge: Ideal fürs Eigenheim (Finanztest 12/2013)

Riester-Renten­versicherung

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Theo Pischke, Alters­vorsorge-Experte der Stiftung Warentest, zur Kritik an der Riester-Rente.

Unter den 42 klassischen Riester-Renten­versicherung im Test gibt es fünf gute Angebote. Die Versicherungs­verträge werden von Jahr zu Jahr schlechter, stellt Finanztest fest. Seit ihrer Einführung prüfen Tester die Riester-Rente und können die Entwick­lung der garan­tierten Renten in Neuverträgen gut nach­verfolgen. Der Befund: Die garan­tierten Renten sinken und sinken. Sparer, die noch dieses Jahr eine Riester-Renten­versicherung abschließen wollen, sollten sich für eine der gut getesteten Tarife entscheiden. Am meisten lohnt der Vertrag, wenn Kunden so viel einzahlen, dass sie die maximalen staatlichen Zulagen (Grund­zulage und Kinder­zulage) erhalten. Volle Zulagen erhält, wer 4 Prozent seines Vorjahres­bruttos abzüglich der Zulagen selbst in den Riester-Vertrag steckt.

Im Über­blick: Klassische Riester-Renten­versicherung

  • Produkt: Staatlich geförderter Renten­versicherungs­vertrag, der bei Beitrag und Leistung nicht zwischen Männern und Frauen unterscheidet (Unisex-Tarif). Durch­gängiger Vertrag von der Anspar- bis zur Verrentungs­phase.
  • Vorteil: Bringt neben der Kapital­garantie, die alle Riester-Produkte bieten, eine garan­tierte Mindest­rendite von 1,75 Prozent auf den Spar­anteil. Schon bei Abschluss ist klar, welche Rente Sparer mindestens erhalten werden.
  • Nachteil: Die relativ hohen Abschluss­kosten. Der Sparer muss sie mit seinen Beiträgen meist in den ersten fünf Jahren der Vertrags­lauf­zeit zahlen. Ein Ausstieg aus dem Vertrag oder eine Reduzierung der ursprüng­lich vereinbarten Beträge wird dadurch sehr teuer. Von Anbieter zu Anbieter gibt es große Unterschiede bei Garan­tien und dem Anla­geerfolg für die einge­zahlten Spargelder.
  • Geeignet für: Vor allem für 40- bis 50-Jährige. Menschen, die sich nicht aktiv um ihre Alters­vorsorge kümmern möchten und die sich sehr sicher sind, die einmal vereinbarten Raten auch über die gesamte Lauf­zeit des Vertrages leisten zu können.

Der Test Riester-Rentenversicherung: Nur fünf Tarife sind gut (Finanztest 12/2013)

Riester-Bank­sparpläne

Riester-Bank­sparpläne sind attraktiv und für viele Alters­sparer eine gute Entscheidung. Sie sollten aber bei der Auswahl genau hinschauen. Zwischen dem besten und den schwächsten Angeboten liegen mehr als 1,5 Prozent­punkte. Bei einer Lauf­zeit von 25 Jahren kann ein solcher Zins­abstand gut und gern 10 000 bis 15 000 Euro Differenz ausmachen. Das zeigt der Test von 71 Bank­sparplänen.

Im Über­blick: Riester-Bank­sparplan

  • Produkt: Staatlich geförderter und verzinster Spar­vertrag.
  • Vorteil: Die Anbieter stellen keine Abschluss­kosten in Rechnung. Dadurch ist ein Riester-Bank­sparplan sehr sicher, flexibel und trans­parent: Selbst bei vorzeitigem Ausstieg besteht kein Verlustrisiko.
  • Nachteil: Es sind nur mitt­lere Rendite­aussichten vorhanden.
  • Geeignet für: Vor allem für über 40- und auch noch über 50-Jährige. Auch für jüngere Kunden, die ihr Riester-Konto zwischen­durch für eine Immobilien­finanzierung beleihen wollen.

Der Test Riester-Banksparpläne: Für die meisten Sparer ideal (Finanztest 11/2013)

Riester-Fonds­sparpläne

Riester-Fonds­sparpläne bieten von allen Riester-Sparformen die höchsten Rendite­chancen. Sie sind eine gute Möglich­keit für Anleger, sich eine rentable Alters­vorsorge aufzubauen. Allerdings ist auch das Risiko von Riester-Fonds­produkten höher als das einer klassischen Riester-Renten­versicherung. Es kann daher passieren, dass am Ende der Anspar­zeit lediglich die Kapital­garantie übrig bleibt, die Anbieter von Riester-Verträgen geben müssen. Verlieren können Anleger nichts. Dafür steht die Garantie der Fondsanbieter. Sollte das Riester-Fonds­depot aber einmal zu sehr ins Minus rutschen, müssen Fonds­manager die Reiß­leine ziehen und Geld aus Aktien in sicherere Anlagen umschichten. Das ärgert viele, weil sie dann von den Chancen der Börsen nicht profitieren können.

Im Über­blick: Riester-Fonds­sparpläne

  • Produkt: Staatlich geförderte Fonds­sparpläne. Das Geld fließt in Aktien- und Rentenfonds. Sparer profitieren von Zinsen, Dividenden und Kurs­gewinnen. Monatliche Auszahlung in der Auszahlungs­phase, die zuerst über einen Fonds­auszahl­plan bis zum 85. Geburts­tag finanziert werden und danach über eine lebens­lange Leib­rente einer Lebens­versicherung.
  • Vorteil: Bieten die höchsten Rendite­aussichten - je höher der Aktienfonds­anteil, desto besser sind sie.
  • Nachteil: Zwischen­zeitliche Verluste sind möglich. Für eventuelle Verluste bei einem Produkt­wechsel während der Anspar­phase gibt es keinen Ausgleich.
  • Geeignet für: Vor allem jüngere Kunden, die etwas mehr Risiko wagen. Sie können sich die hohen Rendite­chancen der Aktienfonds zunutze machen.

Der Test Alle 10 angebotenen Riester-Fondssparpläne im Test (Finanztest 10/2013)

Zulagen und Steuerersparnis für Riester-Sparer

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Hermann-Josef Tenhagen, Chef­redak­teur Finanztest, zum Thema Förderung.

Die Grund­zulage beträgt bis 154 Euro pro Jahr. Pro Kind, für das Anspruch auf Kinder­geld besteht, kommt noch einmal bis zu 185 Euro hinzu. Für Kinder, die ab 1. Januar 2008 geboren sind, gibt es sogar bis zu 300 Euro vom Staat. Dazu erhalten Sparer über ihre Steuererklärung Steuern auf den Beitrag zurück. Seit 2008 können sie maximal von 2 100 Euro Beitrag inklusive Zulage jähr­lich beim Finanz­amt geltend machen. Die erhaltene Zulage wird von der Steuerersparnis abge­zogen. Alle Riester-Verträge garan­tieren den Erhalt des einge­zahlten Geldes und der staatlichen Zulage zum Ende der Anspar­phase.

Tipp: Die Zulage gibt es nur, wenn sie der Kunde extra beantragt. Den Zulagen­antrag gibt es beim Anbieter des Riester-Vertrags. Einmal ausgefüllt, gilt er dauer­haft. Änderungen sind nur nötig, wenn ein Kind dazu­kommt oder die Eltern kein Kinder­geld mehr erhalten.

Das Special 700 Millionen Euro an Förderung hat der Staat Riester-Sparern wieder abge­nommen. So kämpfen Riester-Sparer um die Zulage (Finanztest 10/2013).

Betriebs­rente oder Riester-Rente?

Was bringt mehr im Alter? Die Betriebliche Alters­vorsorge oder eine Riester-Rente. Beide Spar­strümpfe werden gefördert und sollen die gesetzliche Rente ergänzen. Ergebnis der Unter­suchung: Die reine Entgelt­umwandlung, bei der Arbeitnehmer nur aus eigener Tasche einzahlen, schneidet im Vergleich zur Riester-Rente mau ab. Lohnen kann so eine Betriebs­rente aber trotzdem – vor allem, wenn der Arbeit­geber etwas hinzu gibt.

Das Special Riester-Rente und Betriebsrente: So treffen Sie die richtige Wahl (Finanztest 06/2013)

Alters­vorsorge für Frauen

Frauen entscheiden sich oft für die Familie und arbeiten Teil­zeit. Sie müssen deshalb zusätzliche finanzielle Vorsorgepolster für das Alter anlegen. Riester- und Renten­verträge sind deshalb als Teil der Grund­vorsorge gut geeignet. Finanztest warnt: Spare­rinnen sollten ihren Vertrag aber nicht vorzeitig beenden, sonst können Sie viel Geld verlieren.

Das Special Altersvorsorge für Frauen: Strategien gegen Rentenlücken (Finanztest 05/2013)

Auszahlung und Abrechnung

Riester-Rentner müssen Steuern zahlen. Auch auf Wohn-Riester-Verträge besteht Steuer­pflicht im Ruhe­stand. Krankenkassen- und Pflege­versicherungs­beiträge müssen Riester-Rentner nur in seltenen Fällen zahlen. Wie die Auszahlung in den einzelnen Vertrags­typen genau funk­tioniert, erfahren Leser in diesem Beitrag.

Das Special Riester im Ruhestand: Auszahlung und Abrechnung (Finanztest 06/2012)

Experten im Chat

Die Riester-Experten Jörg Sahr und Theodor Pischke waren im Chat auf test.de

Das Chat­protokoll Antwort auf Ihre Fragen zum Thema Riester.

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