26.08.2010

Datentarife fürs Handy: Günstig surfen

Datentarife fürs Handy Test

Nicht gleich loslegen, sondern erst den Tarif prüfen: Flatrates ersparen Handy-Vielsurfern teure Überraschungen. Günstige Tarife gibt es ab 7,50 Euro.

Schnell lossurfen oder eine der vielen tausend Apps auf das Handy laden – mit einem der neuen Smartphones (siehe Test: Handys aus test 9/2010) macht das Internet richtig Spaß. Die Preise für mobile Datendienste sind in Deutschland inzwischen auch deutlich günstiger geworden, kein Wunder also, dass die Zahl der Nutzer schneller Datendienste steigt. Doch wer mit Spaß und Ausdauer die Möglichkeiten seines neuen Smartphones ausprobieren möchte, sollte vorher seinen Tarifvertrag genau prüfen. Sonst drohen teure Überraschungen. Ohne hinzugebuchte Datenoption oder einen Tarif, der Internetsurfen günstig abdeckt, wird es teuer. Häufig sind Smartphones so konfiguriert, dass sie regelmäßig automatisch online gehen, ohne dass es dem Nutzer bewusst ist. Besonders Volumentarife können dann ins Geld gehen.

So viele Daten werden übertragen

Simply zum Beispiel verlangt für ein übertragenes Megabyte 19 Euro. Doch das ist schnell erreicht. Eine Webseite zu laden, kann eine große Datenmenge erfordern. Von manchen Seiten gibt es deshalb eine spezielle Version mit komprimierten Bildern, Grafiken und Videos. Die Startseite von Spiegel Online für mobile Geräte braucht zum Beispiel ein Datenvolumen von zirka 210 Kilobyte. Rufen Nutzer mit ihrem Notebook die Homepage auf, ist es mehr als das Dreifache. Doch trotz komprimierter Seiten ist der Handynutzer schon mit nur fünf Klicks bei einem Megabyte.

Alles für einen Preis

Wer regelmäßig mit seinem Handy surft, sollte eine Flatrate buchen, um nicht in die Kostenfalle zu tappen. Mit diesen Tarifen können Nutzer für einen festen Preis so oft und lange ins Netz, wie sie wollen. Für Spontansurfer gibt es Flatrates, die tages- und wochenweise buchbar sind, für Vielsurfer lohnt sich eine Monatsflat. Die Nutzer haben die Wahl zwischen einem Kombitarif, der telefonieren und surfen abdeckt, und einer Datenoption, die sie zum regulären Handytarif hinzubuchen.

Tipp: Fragen Sie nach einer zusätzlichen Datenoption für Ihren Handytarif und vergleichen Sie. Vielleicht lohnt ein Wechsel. In unserer Auswahl (siehe Tabelle: Flatrates für Handysurfer) kostet discoplus im Monat 7,50 Euro. Fonic, freenetmobile, klarmobil und Tchibo verlangen einen Festpreis von 9,95 Euro. Mit allen surft man im O2-Netz. Nur 5 Cent mehr zahlen Kunden bei absolut mobil (D2), Base (E-Plus), Conrad (E-Plus) und O2 (O2).

Gedrosselte Freiheit

Doch Vorsicht: Die Bezeichnung Flatrate ist irreführend. Statt der angepriesenen totalen Freiheit setzen die Mobilfunkanbieter Grenzen. Die Geschwindigkeit der Verbindung drosseln sie ab einem bestimmten Datenvolumen auf das langsamere GPRS-Niveau herunter. Bei manchen Tarifen ist mit dem schnellen UMTS-Netz schon nach 200 Megabyte Schluss. Für den Rest des Monats können Kunden dann zwar noch E-Mails ohne Anhänge lesen, aber schon die komprimierte Spiegel-Startseite zu laden, dauert länger als eine halbe Minute. Videos anzusehen, etwa bei Youtube, ist undenkbar. Wer eine größere Datenmenge verbraucht und schnell im Netz unterwegs sein will, sollte deshalb tiefer in den Geldbeutel greifen. Aldi Talk (E-Plus) für 14,99 Euro und blau.de (E-Plus) für 19,80 Euro verlangsamen erst ab fünf Gigabyte.

Bei den Laufzeiten unterscheiden sich die Flatrates ebenfalls: Während Kunden sich bei manchen Tarifen nur für einen Monat binden, sind es bei absolut mobil, Base, T-Mobile/iPhone und Vodafone zwei Jahre.

Und die Preise von Datentarifen – auch für die Flatrates – gelten nur innerhalb Deutschlands. Im Ausland wird nach Volumen abgerechnet, ein Megabyte kostet dort meist mehrere Euro.

Kostenlimit im EU-Ausland

Da die Internetverbindungen mit einem deutschen Tarif im Ausland viel teurer sind, gab es früher teilweise astronomisch hohe Rechnungen. Die EU hat dem nun einen Riegel vorgeschoben: Für Reisende in EU-Länder greift seit zwei Monaten eine Schutzfunktion. Mehr als 59,50 Euro dürfen die Anbieter nicht für das mobile Internet kassieren. Sie müssen dann die Verbindung kappen. Nur wenn Kunden vorher zustimmen, darf weiter gesendet werden.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Tabelle: Flatrates für Handysurfer 09/2010

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