13.04.2006

DVD-Rohlinge: Länger lesbar

DVD-Rohlinge Test

DVD-Rohlinge gibt es zuhauf. Doch welche Rohlinge sind die besten? Wir helfen bei der Auswahl.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: CD- und DVD-/Blu-ray-Rohlinge

Jeder einigermaßen gut sortierte Fachhändler bietet eine überbordend große Palette verschiedener DVD-Roh­linge an: die einmal beschreibbaren Formate –R und +R, die mehrfach beschreibbaren Scheiben –RW und +RW oder DVD-Ram. Und mittlerweile ergänzen auch noch zweilagige Platten mit doppelter Kapa­zität das Sortiment: Dual Layer beim Format –R, Double Layer bei +R.

DVDs werden auch in unterschiedlichen Verpackungen angeboten: als Einzelscheiben, als Zehnerpacks oder Spindeln mit 25, 50 oder 100 Scheiben ohne Einzelverpackung – alles zu verschiedenen Preisen. Rohlinge mit speziellen Eigenschaften erweitern diese riesige Palette noch. Für die Kunden wird solch eine Auswahl schnell zur Qual.

Wir testeten 46 DVDs der verschiedenen Formate. Darunter kratzfeste Platten von Maxell und TDK, per Tintendrucker bedruckbare Scheiben von Intenso, TDK und Verbatim und die mit manchen DVD-Brennern beschriftbaren Produkte von Philips und Verbatim. Testergebnis: In jeder Gruppe gibt es gute, empfehlenswerte DVD-Rohlinge.

Rohlinge auf Robustheit getestet

DVD-Rohlinge Test
Kratzer: Im Sandkasten mussten die DVDs zeigen, wie stabil ihre Oberfläche ist. Nur zwei erwiesen sich als kratzfest.

Aufbewahrt in der Schutzhülle in einem Wohnzimmerschrank dürften die Rohlinge auch nach vielen Jahren noch gut lesbar sein. Doch nicht immer werden die Scheiben mit Samthandschuhen angefasst. Durch Kratzen, Licht oder Wärme werden Alterungsprozesse beschleunigt, kann ein Rohling schnell unbrauchbar werden. Wir haben die Scheiben zeitraffenden Testbelastungen ausgesetzt. Robuste Rohlinge, die das „gut“ überstanden haben, können eine langjährige Lesbarkeit der Daten eher gewährleisten als die übrigen Produkte.

Dabei zeigten sich die Plattenformate unterschiedlich robust: Die einmal beschreibbaren DVD+R oder –R hielten eher Temperaturbelastungen gut aus, waren aber wenig lichtbeständig. Die mehrfach beschreibbaren RW-Scheiben reagierten dagegen empfindlich auf Wärme, hielten aber Lichtbelastungen locker stand. Eine Ausnahme machte hier nur die wiederbeschreibbare Verbatim DVD–RW 4x. Diese Platte trotzte als einzige sowohl Temperatur- als auch Lichtbelastungen. Ähnlich gut schnitten nur die doppellagigen DVDs von Emtec, Intenso und Verbatim ab. Doch mit den Doppelschicht-DVDs gibt es dafür andere Probleme.

Doppelschicht macht Ärger

DVD-Rohlinge Test
Fertigungsqualität: Die Tinte macht unvollständige Verklebungen der Plattenschichten sichtbar.

Doppelschichtig beschreibbare DVDs haben zwar fast die doppelte Kapazität gegenüber herkömmlichen DVDs, können aber nur mit neueren Brennern beschrieben werden. Wer einen älteren Brenner hat, der ungefähr bis Anfang 2005 gebaut wurde, braucht gar nicht erst mit den speicherstarken Scheiben zu liebäugeln.

Wer Doppelschicht-DVDs nutzen will, sollte seinen Brenner mit aktueller „Firmware“ rüsten. Die Firmware wird vom Brennerhersteller im Internet zur Verfügung gestellt.

Für den Test haben wir die DVD-Rohlinge mit fünf aktuellen Brennern bespielt. Nach dem Beschreiben waren einige der doppellagigen Rohlinge von Intenso, Emtec und TDK unbrauchbar. Nur mit den Rohlingen von Verbatim kamen die Brenner gut zurecht.

Für Videoaufzeichnungen auf Doppelschicht-Platten eignen sich derzeit nur wenige DVD-Rekorder. Wir haben den Multiformat-DVD-Rekorder Universum DVD-R 4363 genutzt. Der hat alle Double-Layer-DVDs bespielt und wiedergegeben. Nur im Messlabor zeigten sich mehr Schreibfehler als bei PC-Brennern.

Universalbrenner im Trend

DVD-Rohlinge Test
Licht: Doppellagige und mehrfach bespielbare DVDs blieben trotz intensiven Sonnenlichts lesbar.

Für den Computerbetrieb werden meist einschichtige DVDs verwendet. Und nur ältere Laufwerke fordern eine konkrete Plattenauswahl. Ein –R-Brenner taugt zwar auch für –RW, nicht aber für die +R/RW-Formate, er kann mit +R- oder +RW-Scheiben nichts anfangen. Neuere Brennermodelle lesen und beschreiben dagegen beide Formate klaglos.

Bei den DVD-Rekordern ist das anders (siehe Test DVD-Rekorder, Heft 12/05). Die meisten Rekorder lesen zwar klaglos +DVDs und –DVDs, bespielen aber entweder nur –R/RW oder nur +R/RW. Nur wenige brennen alle Formate. Da muss der Nutzer aufpassen, dass er nicht die falschen Rohlinge kauft.

Ansonsten heißt es: Sanft sein im Umgang mit den DVDs. Fingerabdrücke oder gar Kratzer vor dem Bespielen machen den Rohling unbrauchbar. Denn anders als beim Lesen der Platten gibt es für das Beschreiben keine Fehlerkorrektur. Entweder das Brennen klappt, oder der Rohling ist Müll. Das nervt vor allem, wenn eine Disc in mehreren Etappen bespielt werden soll. Es besteht die Gefahr, dass ein Fehler bei der letzten Session die gesamte Platte und alle vorher gespeicherten Daten unbrauchbar macht. Für wichtige Daten sollte also jedes Mal eine neue Platte verwendet werden.

Besonders ärgerlich sind solche Defekte bei RW-Platten. Theoretisch können sie zwar Tausende Mal überspielt werden, doch jeder Schmutz kann die Aufzeichnung so stark stören, dass die gespeicherten Daten unbrauchbar sind.

Kratz- und putzfeste DVDs fanden wir im +R-Lager: die Maxell Xtreme Protec und die TDK Scratch Proof. Beiden konnte selbst unsere rüde Behandlung in der Sandkiste kaum etwas anhaben. Mit bis zu zwei Euro pro Platte sind sie aber deutlich teurer als nicht kratzfeste Produkte.

Nicht nur Schmutz und Kratzer stören die Datenspeicherung. Wie bei den Doppelschicht-DVDs harmonierten auch einige Einschicht-Platten nicht mit unseren Brennern: Fast jeder zweite Rohling von Emtec DVD–R 16x High Speed, Lidl/Octron DVD–R max 8x und ibase DVD+R up to8x war kaum störungsfrei lesbar – trotz aktueller Brenner-Firmware.

DVD-Rekorder per CD aktualisieren

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Wärme und Kälte: Hier sind einmal bespielbare Platten besser. Von den RW-DVDs ist nur Verbatim top.

Auch viele DVD-Rekorder können mit Update-Software versorgt werden, obwohl sie nicht mit dem Internet verbunden sind. Das funktioniert so: Laden Sie von der Internetseite des Geräteanbieters die Software auf Ihren Computer und brennen Sie sie auf eine CD. Der DVD-Rekorder aktualisiert seine Betriebssoftware selbsttätig, wenn die CD beim Anschalten eingelegt ist.

Und wenn eine neue Software auch nicht hilft: Probieren Sie einfach andere „gute“ Rohlinge aus. Sollten Sie einen gefunden haben, der mit Ihrem Brenner zuverlässig funktioniert, bleiben Sie bei dem Produkt. Das erspart die Sucherei im Elektronikmarkt.

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