10.04.2008

DVB-T-Antennen: Aus der Luft gegriffen

Ohne Antenne läuft auch beim digitalen Antennenfernsehen nichts. In der Nähe der DVB-T-Sendemasten reicht meist eine Innenantenne. Wer weiter weg wohnt, braucht eine Außenantenne. test.de zeigt die besten Antennen für drinnen und draußen.

16 Antennen im Test

DVB-T steht für Digital Video Broadcasting – Terrestrial. Sinngemäß etwa: Digitales Fernsehen via Antenne. Als Antenne taugt dabei die gute alte Dachantenne des analogen Fernsehens ebenso wie eine moderne Zimmer- oder Außenantenne. Für den Empfang in Sendernähe reicht im Allgemeinen eine Zimmerantenne. Weiter weg vom Sender muss die Antenne dagegen außen ans Haus. Noch weiter weg vom Sender braucht es eine große Antenne auf dem Dach. Die Stiftung Warentest hat 16 DVB-T-Antennen getestet. Alles aktive Antennen, die das Signal verstärken. Neun Außenantennen zur Wandmontage und sieben Innenantennen für 16 bis 104 Euro.

Außenantennen sind besser

Den besten Empfang bringt eine Außenantenne. Das liegt in der Natur der Sache: Im Freien kommt das Sendesignal weitgehend unverfälscht an. Wolken und Wetter können es abschwächen, doch im Prinzip gilt: Je freier die Sicht Richtung Sendemast, desto klarer das Signal. In Häuser und Wohnungen dringt das Sendesignal nur gefiltert ein. Wände reflektieren es und schwächen es ab. Die Zimmerantenne hat es deshalb schwerer. Für gute Empfangslagen reicht sie jedoch. Guten Empfang gibt es meist im Kerngebiet der DVB-T-Versorgung, ein paar Kilometer rund um die Sendemasten.

Kathrein und Technisat vorn

Den insgesamt stärksten Empfang bringt die Innenantenne Technisat Digitenne TT1 – mit 16 Euro die billigste Antenne im Test. Empfangseigenschaften sehr gut: das schafft kein anderes Modell. Besonders hübsch ist der schwarze „Drahtkäfig“ zwar nicht, doch die Zimmerantenne erfüllt ihren Zweck. Nur auf Mobiltelefone reagiert sie allergisch. Der Empfang ist schnell gestört. Das gilt auch für die Innenantennen von Philips, One for All und Zehnder. Störfester und schicker als die Technisat ist die Kathrein BZD 30. Sie belegt – gemeinsam mit der Technisat – den ersten Platz bei den Innenantennen. Testurteil: gut, Note 1,8. Preis: 36 Euro.

Kathrein beste Außenantenne

Der Testsieger bei den Außenantennen kommt ebenfalls von Kathrein. Die Kathrein BZD 40 ist rundum gut. Empfang, Handhabung und Verarbeitung sind ohne Tadel. Testurteil: gut, Note 1,7. Der Preis dafür: 71 Euro. Deutlich billiger ist die Philips SDV 2940. Für 32 Euro eine der billigsten Außenantennen im Test. Auch sie bringt gute Fernsehbilder, ist in der Handhabung aber etwas umständlicher als die Kathrein. Testurteil insgesamt: gut, Note 2,4.

Für den Balkon

Die Außenantennen im Test sind kompakte Modelle zur Wandmontage. Die größte Antenne ist etwa so groß wie ein kleines Backblech. DVB-T-Antennen können an der Hauswand oder auf dem Balkon montiert werden. Sie sind nicht fürs Dach vorgesehen. Dafür gibt es größere Antennen mit Richtwirkung. Das Antennenkabel der kompakten Außenantennen lässt sich per Flachleitung auch durch Fensterrahmen legen - ohne Bohrung. Besser sind allerdings doppelt abgeschirmte Koaxialkabel. Dafür müssen dann freilich Fensterrahmen oder Hauswand durchbohrt werden. Egal welches Kabel, grundsätzlich gilt: Die Antenne sollte dem Sendemast zugewandt sein.

Gütesiegel für Antennen

Neu ist übrigens das DVB-T-Gütesiegel für Antennen. Das grün-weiße Logo des Überall-Fernsehens kennzeichnet Antennen, die bestimmte Mindestanforderungen des DVB-T-Standards erfüllen. Das Logo wird von der DVB-T-Plattform vergeben. Ein Zusammenschluss aus Programm- und Geräteanbietern. Von den getesteten Antennen trägt noch keine das neue Logo. Drei Produkte würden die Anforderungen aber im Wesentlichen erfüllen: die beiden Testsieger von Kathrein und die Technisat Digitenne TT1. Vielleicht findet sich das Logo bald auf diesen Antennen.

Test:  DVB-T-Empfänger

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