Daten speichern kann man nicht nur auf der heimischen Festplatte – sondern auch im Internet, in der „Cloud“. Die Wolke ist praktisch, weil Nutzer immer und überall auf ihre Daten zugreifen können. Doch nicht jede Datei sollte aber dort landen. test.de beantwortet wichtige Fragen rund um die Cloud.
Was ist denn die Cloud?
Der Sohn lebt in Miami, die Tochter in Berlin, die Eltern in München – und doch können sie sich gemeinsam Fotos von der letzten Familienfeier ansehen: Für Nutzer, die ihre Bilder online bei einem Clouddienst ablegen, ist so etwas kein Problem. Die Cloud, englisch für Wolke, ist ein Onlinespeicher, in den Nutzer Fotos, Musik oder Dokumente hochladen können. Einmal in der Wolke angekommen, stehen die Daten jederzeit und überall zur Verfügung. Mit internetfähigen Geräten kann der Nutzer von unterwegs auf die Wolke zugreifen.
Wie nutze ich die Cloud am besten?
In einer Cloud ablegen kann ein Nutzer alle Arten von Daten, die er stets braucht oder mit anderen teilen will. Besonders beliebt sind Fotos, Videos, Musik oder Office-Dokumente. Auch der Terminkalender kann dort liegen. So hat der Nutzer ihn stets auf allen Geräten parat. Daten mit anderen zu teilen bedeutet: Auf Wunsch können auch der Partner oder Kollegen auf die Termine zugreifen. Zu den bekanntesten Anwendungen einer Cloud gehören E-Mail-Dienste wie zum Beispiel gmx oder Google-Mail. Sie funktionieren schon seit Jahren nach dem Wolkenprinzip – also der Idee, Daten zentral und online zu speichern.
Wie teuer sind Clouddienste?
Viele Dienste bieten kostenlos Speicherplatz zwischen 1 und 26 Gigabyte. Wer mehr will, muss die Kapazität gegen Geld aufstocken. Beim Anbieter Dropbox zum Beispiel kosten 50 Gigabyte Speicherkapazität rund 75 Euro im Jahr.
Was sind die Vorteile der Cloud?
Wer wichtige Daten stets dabeihaben will, kann auf einen USB-Stick verzichten. Hat der Nutzer zuhause ein wichtiges Office-Dokument bearbeitet, kann er im Büro automatisch auf die zuletzt gespeicherte Version zugreifen. Sinnvoll sind Clouddienste auch zur Datensicherung. Geht der Computer kaputt, können Nutzer die gesicherten Fotos, Dokumente oder Songs aus dem Netz auf den neuen Computer laden.
Welche Nachteile hat die Cloud?
Clouddienste funktionieren nur auf Geräten mit Internetzugang – zuhause und im Büro ist das selten ein Problem. Unterwegs eventuell schon. Smartphones und Surfsticks machen das Internet zwar mobil Test: Tarife für Tablets und Test: Datentarife fürs Smartphone. Größere Datenmengen schöpfen das Volumen der gebuchten Flatrate aber schnell aus. Ein weiterer Nachteil: Hat der Nutzer sich für einen Dienst entschieden, ist er meist festgelegt. Ein „Umzug“ zu einem anderen Anbieter ist aufwendig. Es fehlt an Übertragungsstandards zwischen den Anbietern. Problematisch wird es auch, wenn ein Cloud-Dienstleister Pleite geht. Unter Umständen bekommt der Nutzer seine Daten dann nur schwer zurück oder die Festplatten mit den Informationen wechseln sogar den Besitzer.
Wie steht es um den Datenschutz?
Große Anbieter wie Google, Amazon, Microsoft oder Apple sitzen in den USA. Deren Server stehen auf der ganzen Welt verteilt. Deutsches Datenschutzrecht ist daher nur schwer anwendbar. Amerikanische Firmen müssen den Ermittlungsbehörden gespeicherte Daten zur Verfügung stellen. Wer mehrere Dienste eines Anbieters nutzt, muss außerdem damit rechnen, dass dieser Nutzerdaten miteinander verknüpft. Das Unternehmen Google macht das zum Beispiel seit März Datenschutz: Google mit neuem Kleingedrucktem. Es entstehen umfangreiche Nutzerprofile, die Google für personalisierte Werbung einsetzt. Unklar bleibt auch, was mit den Daten passiert, nachdem der Nutzer sich bei einem Dienst abgemeldet hat. Daher gilt: Vorsicht mit sensiblen Informationen. Tan-Listen zum Onlinebanking oder Gehaltsabrechnungen haben in der Cloud nichts verloren.
Tipp: Verschlüsseln Sie Ihre Daten, zum Beispiel mit dem kostenlosen Programm Truecrypt, bevor Sie sie hochladen.
Wie sicher sind die Daten?
Von den Bedenken zum Datenschutz abgesehen ist alles relativ sicher. Serverbetreiber sind verpflichtet, alle Daten ständig abzusichern. Aber Server können ausfallen oder gehackt werden. Im schlimmsten Fall sind die gespeicherten Informationen dann weg, oder Kriminelle verwenden sie zu illegalen Zwecken. CDs oder externe Festplatten können aber ebenfalls ausfallen oder gestohlen werden. Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nie.
Und wie lautet das Fazit?
Clouddienste vereinfachen die Datensicherung und die Synchronisation zwischen verschiedenen Geräten. Wer mit geringeren Datenmengen hantiert, kann auf viele Dienste kostenlos zugreifen. Vorsicht mit sensiblen Informationen: Laden Sie Ihren Lebenslauf und Ihre Geheimnummern nicht in die Cloud.
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