06.03.2012

Cars­haring: Teile und spare

Carsharing Test

Manchem ist das eigene Auto zu teuer oder zu umwelt­schädlich. Zumindest viele Städter kommen mit Fahr­rad, Bus und Bahn bestens zurecht. Nur manchmal wäre ein Pkw doch von Vorteil – etwa wenn es zum Möbel­haus oder ins Grüne gehen soll. Eine Lösung verspricht Cars­haring.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuel­leren Test: Carsharing.

Kompletten Artikel freischalten

Test Cars­haring finanztest 03/2012
Sie erhalten den kompletten Artikel (inkl. PDF, 9 Seiten).

Viele Abhol­stationen in den Citys

Beim Cars­haring teilen sich viele Nutzer ein Auto. Es ist wie ein Mietwagen für kurze Stre­cken. Meist zahlt der Kunde einen Monats­beitrag und bekommt eine Mitglieds­karte plus Geheimzahl. Damit kann er an einer Abhol­station ein Auto öffnen und losfahren. Vorher bucht er den Wagen telefo­nisch oder per Internet. In vielen Groß­städten gibt es mehrere Abhol­stationen, in den Innen­städten liegen sie oft nur wenige hundert Meter auseinander. Nach der Fahrt bringt der Kunde den Wagen an die Station zurück.

Güns­tiger als eigener Pkw

Vor allem für Wenigfahrer ist Cars­haring güns­tiger als ein eigenes Auto. Das nämlich kostet in der Gesamt­rechnung pro Kilo­meter kaum unter 40 Cent. Selbst für Kleinwagen sind 50 Cent realistischer, wie der ADAC errechnet hat. Selbst wer möglichst günstig einen älteren Gebraucht­wagen für 5 000 Euro Kauf­preis erwirbt, landet bei 5 000 Jahres­kilometern kaum unter 200 Euro pro Monat, rechnet Finanztest vor. Würde ein Cars­harer hingegen zwei Fahrten pro Woche für eine Stunde und 10 Kilo­meter machen, dazu ­jede zweite Woche eine Fahrt über 50 Kilo­meter mit bis zu fünf Stunden und außerdem jähr­lich noch vier Fahrten zu je 700 Kilo­metern übers Wochen­ende, dann käme er mit 5 140 Jahres­kilometern zum Beispiel beim Anbieter Stadt­mobil Berlin auf 156 Euro monatlich. Das wären 36 Cent pro Kilo­meter. Dabei ist der Cars­harer aber flexibel: Er kann mal eine Kleinwagen nehmen, mal eine Familien­kutsche, einen Trans­porter oder auch ein Cabrio für den Ausflug ins Grüne.

Cars­haring nichts für Dauer­fahrer

Dagegen ist Cars­haring für Leute, die regel­mäßig ein Auto brauchen – etwa für die tägliche Fahrt zur Arbeit – wegen der langen Stand­zeiten nicht attraktiv. Auch bei längerer Mietdauer sind Mietwagen oft die preis­wertere Alternative. Finanztest hat die Preise verglichen. Das Ergebnis für einen Kleinwagen ist eindeutig: Mieten ist meist güns­tiger und kostet übers Wochen­ende im Durch­schnitt um die 50 Euro. Bei einer Woche sind es rund 100 Euro.

Mobil auch in fremden Städten

Im Bundes­verband Cars­haring (BCS) sind 128 Anbieter organisiert, gut 90 Prozent der Firmen. Die meisten arbeiten in nur einer Stadt, teils in Klein­­­­städten, manchmal mit nur einem Auto. Trotzdem sind ihre Kunden nicht nur ­daheim mobil, sondern auch in fremden Städten. Wer bei einer dem BCS ange­schlossenen Firma Kunde ist, kann auch die Autos aller anderen BCS-Firmen nutzen. So stehen bundes­weit tausende Autos bereit. Der Car­sharer kann weite Stre­cken mit der Bahn fahren und am Ziel­ort ins Auto steigen. Viele Anbieter arbeiten auch mit den Verkehrs­betrieben zusammen: Kunden mit Monats­karte bekommen die Autos dann güns­tiger. Auch für Studenten und Azubis gibt es oft Rabatt. Doch junge Leute sind nicht die Haupt­zielgruppe. Zwei Drittel der Nutzer sind zwischen 30 und 50 Jahre alt.

Wesentlicher Vorteil ist Bequemlich­keit

Als wesentlichen Vorteil empfinden viele Cars­haring-Kunden, dass sie sich um fast nichts kümmern müssen. Reparaturen, Ölwechsel, Waschen, Winterreifen – das alles erledigt der Cars­haring-Anbieter. Dass mal kein Auto zu haben ist, kommt offen­bar kaum vor. „Das wäre ja auch der Super-Gau für uns“, sagt Walter Ernst, Geschäfts­führer von Stadt­teil­auto München. Ähnliches berichten andere von Finanztest befragte Anbieter und Kunden. Allerdings sollte man an Feier­tagen und an verlängerten Wochen­enden früh­zeitig buchen.

Schutz­brief für Panne und Unfall

Die Autos sind häufig neu oder neuwertig, selten älter als vier Jahre. Zur Ausstattung gehören oft Navigations­gerät und Kinder­sitz, in der kalten Jahres­zeit Winter- oder Ganz­jahres­reifen. Nach einer Panne oder einem Unfall verständigt der Nutzer die Service­zentrale, bei Unfällen zusätzlich die Polizei. Im Regelfall sind die Fahr­zeuge über einen Schutz­brief versichert, der meist das Abschleppen, einen Ersatz­wagen und sogar kostenlose Hotel­über­nachtungen abdeckt.

Auto­hersteller steigen ins Geschäft ein

Weil immer mehr junge Leute auf das eigene Auto verzichten, mischen nun auch Hersteller wie BMW, Daimler, Peugeot und VW beim Cars­haring mit. BMW und Daimler setzen auf neue Konzepte. Bei ihnen gibt es keine festen Stationen. Vielmehr sind die Autos im Stadt­gebiet verteilt. Wer eines braucht, ortet es per Smartphone, steigt ein und lässt es nach der Fahrt am Ziel stehen. Das muss allerdings irgendwo im Stadt­gebiet sein, nicht außer­halb. Dies Konzept gibt es bisher erst in Berlin, Düssel­dorf, Hamburg, München und Ulm. In Berlin hat DriveNow von Hersteller BMW insgesamt 300 Autos, Car2go von Daimler hat in Hamburg und Ulm jeweils über 300 Smarts im Einsatz. Die Preis­gestaltung ist denk­bar einfach: Abge­rechnet wird nach Minuten: 29 Cent pro Fahr­minute. 10 Cent für Park­zeiten bei DriveNow, 9 Cent bei Car2go. Darüber hinaus gibt es auch privates Cars­haring: Mehrere Internet­portale bieten sich als Vermitt­lungs­platt­form für Privat-Pkw an, zum Beispiel Auto­netzer, Nach­barschafts­auto, tamyca oder rent’n’roll.

Finanztest mit umfassenden Informationen

Finanztest hat die wichtigsten Infos rund ums Carsharing zusammengefasst und macht die Rechnung auf:

  • Finanztest sagt, wie Cars­haring funk­tioniert und für wen es sich rechnen könnte.
  • Eine Über­sicht­stabelle zeigt exemplarisch für die Städte Berlin, Köln, Leipzig, München und Münster, was Angebote – teils auch von bundes­weiten Cars­haring-Firmen – kosten, wie es mit der Versicherung aussieht und wie viele Autos zur Verfügung stehen.
  • Dazu: Berechnungs­beispiele für kurze Stre­cken, Wochen­end­ausflüge und Fahrten über eine Woche.
Lesen Sie auf der nächsten Seite: Tipps

Jetzt freischalten

Test Cars­haring finanztest 03/2012
0,75 €
Sie erhalten den kompletten Artikel (inkl. PDF, 9 Seiten).

Wie möchten Sie bezahlen?

  • Unser Tipp
    test.de-Flatrate

    Freier Zugriff auf alle Testergebnisse und Online-Artikel für 7 € pro Monat oder 50 € im Jahr. Abonnenten von test oder Finanztest zahlen die Hälfte.

    Flatrate neu erwerben
  • Diesen Artikel per Kreditkarte kaufen.
  • Diesen Artikel per PayPal kaufen.
  • Diesen Artikel per Handy kaufen.
  • Spar-Guthaben
  • Gutschein einlösen
  • kauft alle Testprodukte anonym im Handel ein,
  • nimmt Dienstleistungen verdeckt in Anspruch,
  • lässt mit wissenschaftlichen Methoden in unabhängigen Instituten testen,
  • ist vollständig anzeigenfrei,
  • erhält nur rund 10 Prozent ihres Etats als öffentlichen Zuschuss.

Dieser Artikel ist hilfreich. Nutzer finden das hilfreich.

Kommentare (9)

weitere Kommentare anzeigen

Alle Kommentare anzeigen

Schreiben Sie bitte einen Kommentar

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Jetzt einloggen oder Neu registrieren.
Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice