25.04.2008

Camping-Sat-Anlage von Lidl: Fernsehen für überall

Camping-Sat-Anlage von Lidl Schnelltest

Discounter Lidl bietet eine digitale Camping-Sat-Anlage für 86,99 Euro an. Sie ermöglicht dem Camper, Fernseh- und Radioprogramme aus aller Welt zu empfangen. Im Schnelltest prüft test.de Stärken und Schwächen der Anlage.

Geduld und Spucke

Die Sat-Anlage von Lidl besteht aus dem einfachen Sat-Empfänger, einem Außenset mit kleinem ovalen Kunststoffspiegel, Metallarm, mehreren Halterungen sowie Anschlusskabeln für Antenne und Receiver. Das zerlegte Antennensystem ist in einem Transportkoffer verpackt. Dank drei verschiedener Halterungssysteme lässt sich die Antenne im Freien an fast jeder sich bietenden Stelle anbringen. Als erstes muss der Käufer die Antenne montieren und ausrichten. Ungeübte Campingfreunde sollten schon Geduld mitbringen. Die Beschreibung ist keine gute Hilfe.

Nicht windgeschützt

Das besondere an der transportablen Antenne ist ein Kugelkopfgelenk als Verbindungsglied zwischen Metallarm und Spiegel. Der Vorteil: Die Antenne kann im Garten oder auf dem Campingplatz bequem in die Empfangsstellung gedreht und haargenau justiert werden. Das geht bei fest installierten Anlagen nicht so leicht, wo die Schüssel üblicherweise mit vier Schrauben an den Träger gekoppelt ist. Der Nachteil: Mit dem Kugelkopfgelenk büßt die Antenne an Stabilität ein. Die Tester justierten das System und stellten danach die gefundene optimale Position mit der Klemmschraube fest. Ihr Vertrauen in die Klemmschraube zeigte sich aber als nicht gerechtfertigt. Sie hatten die Schraube fest angezogen und dennoch ließ sie sich die Antenne leicht verstellen. Die optimale Position war verstellt. Bei Windgeschwindigkeiten über 75 Stundenkilometern ordnet der Hersteller aus Sicherheitsgründen an, die Antenne abzubauen. Wahrscheinlich verstellt sich die Antenne schon bei geringeren Windstärken.

Richtung suchen

Die grobe horizontale Ausrichtung ist für den TV-Camper noch einfach. Er dreht die Antenne am Befestigungssystem oder am Kugellager in die gewünschte Richtung. Dafür kann er den mitgelieferten Kompass zu Hilfe nehmen. Noch besser ist, wenn benachbarte Wohnmobilfreunde ihren Spiegel schon justiert haben und so eine erste Orientierung ermöglichen. Die vertikale Ausrichtung ist dank Kugelkopfgelenk kein Problem. Wenn der Campingfreund den Bildschirm beim Einstellen nicht in Sichtweite hat, muss er die Hilfe des Receivers in Anspruch nehmen.

Receiver mit kleinen Schwächen

Der ist bereits vorprogrammiert. Sein Menü zeigt Signalpegel und Signalqualität an. Diese Daten werden dem Nutzer auch angezeigt, wenn er die Info-Taste drückt. Ein sich verändernder Ton lässt erkennen, wann die optimale Empfangsposition gefunden ist. Das hilft wirklich, wenn man beim Justieren der Antenne das Fernsehbild nicht sehen kann. Einen fast baugleichen Receiver von Comag hatte test.de im letzten großen Vergleichstest geprüft. Damals hatte der Empfänger das Urteil „gut“ bekommen. Das aktuelle Modell besitzt im Vergleich zum Comag SL 35 keinen CI-Schacht. Das Empfangen von Bezahlsendern wie Premiere ist deshalb nicht möglich. Es ist eine vierstellige Geräteanzeige mit Uhr eingebaut, die auch im Stand-By-Modus angezeigt wird. Erfreulich ist der geringe Stromverbrauch in der Stand-By-Funktion. Im letzten Vergleichstest hatte der Empfänger in dieser Disziplin am besten abgeschnitten.

Spiegel ist Schwachstelle

Der kleine Reflektor setzt den guten Empfangsleistungen des Receivers Grenzen. Bei ausgeglichener Wetterlage reicht die Empfangsleistung für den Satelliten ASTRA (19,2° Ost) ohne Problem. Der Empfang bei schlechterem Wetter, sowie von anderen, schwächer sendenden Satelliten ist mit dieser Anlage problematisch.

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