Kleiner, leichter, mit Foto- oder Webcamfunktion: Camcorder geben alles, um Hobbyregisseure zu begeistern. Und von den 22 Geräten im Test sind auch 9 „gut“ und 12 „befriedigend“. Doch den exzellenten Alleskönner konnten wir noch nicht prämieren.
Samstag im Elektronik-Markt, in der Ecke mit den Camcordern: Kunden mit ratlosen Gesichtern jagen dem Verkäufer hinterher. Was kann der Camcorder, wie gut filmt er, welches Aufnahmesystem ist sinnvoll? Wer der Werbung vertraut, soll mit dem richtigen Camcorder mittlerweile sogar seine Digitalkamera ersetzen können.
Wir haben mit 22 Camcordern gefilmt und auch geknipst. Der Ratschlag an alle, die außer zu filmen auch oft und gut fotografieren wollen: Mit einer Digitalkamera sind Sie besser dran. Selbst die Geräte im Test, die statt der für Camcorder üblichen niedrigen Fotoauflösung von 640 mal 480 Pixel um die 2 Megapixel bieten, sind für moderne Digicams meist keine echten Konkurrenten: Weißabgleich und Belichtung lassen oft zu wünschen übrig.
Ausnahmen sind der Panasonic NV-GS200EG, der Canon MVX25iE und der Xacti von Sanyo: Er ist eigentlich eine Digitalkamera, mit der man auch filmen kann. Im Vergleich am schlechtesten waren Fotos mit dem Panasonic NV-GS55EG. Und der Canon MV700iE verzichtet als einziger Camcorder im Test gleich ganz auf die Fotofunktion. Übrigens: Die meisten Camcorder im Test speichern die Fotos auf eine Speicherkarte. Anhand dieser Bilder haben wir die Fotofunktion auch bewertet. Optional ist es teilweise außerdem möglich, sie auf Kassette zu speichern. Sinnvoll ist das nicht, weil das Ergebnis aufgrund des Aufzeichnungsformats qualitativ gar nicht gut sein kann. Der DVD-Camcorder von Sony bannt Fotos ausschließlich auf DVD.
Teils unscharfe, wacklige Aufnahmen
Achten Sie beim Camcorder lieber auf die Hauptfunktion: Das ist immer noch die Filmaufnahme. Generell machen digitale Camcorder bessere Aufnahmen als analoge Videofilmgeräte. Legt man als Messlatte aber die Qualität an, die wir vom DVD-Spieler kennen, werden Unterschiede deutlich: Einige Geräte haben Probleme mit der Auflösung oder liefern teils unscharfe, teils wacklige Filmaufnahmen, weil die Bildstabilisierung nicht mitkommt oder fehlt. Der Panasonic NV-GS55EG enttäuscht bei Tages-, der Xacti auch bei Kunstlicht. Und im Telebereich nimmt er es mit der Schärfe nicht so genau, ebenso wie der Sharp VL-Z500S.
Der Ton macht die Musik
Wer auf Worte Wert legt, sollte die drei Camcorder im Test mit „ausreichender“ Tonqualität und ohne externen Mikrofoneingang im Regal stehen lassen. Bei ihnen stören nicht nur Laufwerkgeräusche oder Zoommotor die Aufnahmen, die mit dem eingebauten Mikrofon gemacht werden. Sie bieten eben auch nicht mal die Möglichkeit, in diesem Fall ein externes Richtmikrofon anzuschließen.
Viele Camcorder lassen sich als Webcam einsetzen. Zeichnet der Camcorder außerdem im komprimierten MPEG-4-Format auf Karte auf, können Videoclips auch als E-Mail-Anhang versandt werden. Das geht aber nur mithilfe einer zum Teil mitgelieferten Zusatzsoftware.
Übrigens: Wir haben mehrmals einen etwas kleineren Zoomfaktor ermittelt als vom Anbieter genannt. Auch dafür lohnt sich ein Blick in unsere Tabelle.
Dieser Artikel ist hilfreich. Nutzer finden das hilfreich.
Schreiben Sie bitte einen Kommentar
Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen.
Jetzt einloggen oder Neu registrieren.
Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice

Kommentare (0)
weitere Kommentare anzeigen