01.10.2012

Camcorder: 189 Camcorder im Test

Camcorder: Tipps zum Kauf

Was ist wichtig beim Camcorder? Worauf achten beim Kauf? test.de nennt die wichtigsten Punkte, die Sie in der Werbung oder im Daten­blatt des Camcorders finden. Achten Sie beim Kauf auf Bild­chip, Zoom, Akku­lauf­zeit, Ton und Extras. Details lesen Sie hier.

Bild­chip: Je größer, desto besser

Der Bild­chip ist das Herz­stück eines digitalen Camcorders. Er wandelt das einfallende Licht in elektrische Signale um. Aus diesen Signalen entsteht das Bild. Größere Bild­chips können mehr Licht einfangen. Sie bilden Details besser ab. Die Bild­chips der Camcorder sind oft sehr klein. Kleine Bild­chips ermöglichen Superzooms mit bis zu 70facher Vergrößerung und halten den Camcorder klein. Keine gute Tendenz: Die Bild­qualität nimmt ab. Achten Sie im Daten­blatt auf die Größe des Bild­chips.
Die Anbieter nennen sie in Zoll (falls sie die Größe angeben). Und zwar als Bruch: 1 durch X. Beispiel: 1/8'' ( '' steht für Zoll). 1/8 Zoll ist dabei sehr klein, 1/4 passabel, 1/3 noch besser und 1/2 das derzeit Beste im Amateur­bereich. Viele Faktoren hängen mit der Größe des Bild­chips zusammen. Der Bild­winkel etwa, der sich bei einer bestimmten Brenn­weite ergibt. Auch Licht­empfindlich­keit, Schärfentiefe und maximaler Zoom­faktor.
Tipp: Besser ein etwas größerer Camcorder mit großem Bild­chip als ein Mini-Modell um jeden Preis.

Objektiv: Qualität zahlt sich aus

Das Objektiv entscheidet darüber, wie gut das Bild ist, das der Camcorder bekommt. Camcorder haben Zoom­objektive mit varia­bler Brenn­weite. Im besten Fall von Weitwinkel bis Tele. Die Brenn­weite wird als Spanne angegeben. Beispiel: 4,5 - 45 mm. Die erste Zahl der Brenn­weiten­angabe zeigt den größten Aufnahme­winkel: Je nied­riger der Wert, desto breiter das Panorama. Der zweite Wert zeigt den kleinsten Aufnahme­winkel: Je größer dieser zweite Wert, desto näher können Sie ferne Motive heran­holen. Vorsicht aber: Die tatsäch­liche Bild­wirkung hängt von der Größe des Bild­chips ab. Achten Sie deshalb auf die normierte Brenn­weite, nicht einfach auf die Brenn­weite des Objektivs.
Tipp: Der Zoom­bereich sollte nicht zu groß sein. Hoch­wertige Objektive mit großem Zoom­bereich sind teuer. Billige Objektive verschlechtern oft das Bild. Praktisch sind Camcorder mit Objektivge­winde: Hier können Sie eine Weitwinkel-Vorsatz­linse aufschrauben.
Tabelle: Camcorder mit Objektivgewinde

Brenn­weite: Normierte Zahl sagt mehr

Die Stiftung Warentest berechnet die normierte Brenn­weite für alle Camcorder. Die normierte Brenn­weite ergibt sich aus der Größe des Bild­chips und der Brenn­weite des Objektivs. Die Zahl 1 entspricht der Normal­brenn­weite (50mm bei einer analogen Klein­bild­kamera). Je kleiner der normierte Wert im Weitwinkel­bereich (unter 1), desto breiter das Panorama. Je größer der normierte Wert im Teleber­eich (über 1), desto näher holt der Camcorder entfernte Motive heran. Sie finden die normierte Brenn­weite für Weitwinkel und Tele stets in der Tabelle.
Tipp: Wählen Sie einen Camcorder, der zu Ihren Bedürf­nissen passt. Wichtig für Innen­aufnahmen und Familien­feiern ist vor allem die Weitwinkel­funk­tion, an der es oft mangelt. Für den Teleber­eich gilt: Je stärker die Vergrößerung desto schneller verwackeln die Aufnahmen. Benutzen Sie ein Stativ.
Tabelle: Normierte Brennweite
(Klicken Sie dort auf "Alle Details einblenden")

Licht­stärke: Großes F mit kleiner Zahl

Die Licht­stärke des Objektivs zeigt, wie viel Licht auf dem Weg durchs Objektiv verloren geht. Je licht­stärker das Objektiv, desto mehr Licht kommt auf dem Bild­chip an. Mehr Licht bedeutet hellere und bessere Bilder. Die Licht­stärke wird als Zahl angegeben. Kenn­zeichen ist das große F. Beispiel: F 1,8 - 2,2. Je kleiner die Zahl, desto licht­stärker das Objektiv. Die Licht­stärke hängt von der einge­stellten Brenn­weite ab. Im Tele­bereich (zweite Zahl) geht mehr Licht verloren als beim Weit­winkel (erste Zahl).
Tipp: Hoch­wertige Objektive mit hoher Licht­stärke sind teuer. Wählen Sie im Zweifels­fall einen Camcorder mit höherer Licht­stärke, aber kleinerem Zoom­bereich.

Zoom­faktor: Weniger ist mehr

Der Zoom­faktor gibt an, wie stark der Camcorder das Bild vergrößern kann. Viele Anbieter protzen mit dieser Zahl. Gerade bei billigen Camcordern. Ein 70-fach Ultra-Zoom klingt toll. Ist es aber nicht. Bei so starker Vergrößerung macht selbst der beste Bild­stabilisator schlapp. Jedes Zittern bei der Aufnahme wirkt mit dem Supertele wie ein Erbeben. Die Konsequenz: verwackelte Bilder. Nah dran, aber unscharf. Hoch­wertigere Camcorder geben sich bescheidener: Zoom­faktor 5- bis 15-fach. Das reicht für die meisten Aufnahme­situationen und liefert bessere Bilder. Wichtiger als der Teleber­eich ist der Weitwinkel. Nur ein großer Aufnahme­winkel fängt beispiels­weise die ganze Familie im kleinen Wohn­zimmer ein. Billigcamcorder schaffen das nicht: Ihr Ausschnitt ist kleiner. Wer im Wohn­zimmer etwas abseits steht, fällt dann bereits aus dem Bild.
Tipp: Im Alltag brauchen Sie keinen Ultra-Zoom. Es sei denn, Sie sind Tierfilmer. Gute Tele­aufnahmen gelingen dann nur mit Stativ. Wählen Sie besser einen Camcorder mit moderatem Zoom, etwa bis 15-fach. Achten Sie auf einen möglichst großen Aufnahme­winkel für Panorama und Innen­aufnahmen.

Sucher: Besser als Display

Ein Sucher hilft bei der Aufnahme. Vor allem bei Sonnen­schein. Auf dem Klapp­monitor ist im Sonnenlicht kaum noch etwas zu erkennen. Leider gibt es immer weniger Camcorder mit Sucher. Hoch­wertige Sucher sind teuer und brauchen Platz. Die Anbieter sparen sie gerne ein. Brillen­träger sollten Camcorder mit Sucher bevor­zugen. Bei guten Modellen lässt sich die Dioptrienzahl individuell anpassen. Eine Augen­muschel aus Gummi schirmt das Sucher­bild ab. Der Sucher schont oben­drein den Akku. Monitore brauchen viel Strom.
Tipp: Ein Klapp­monitor ist kein Ersatz für einen Sucher. Bevor­zugen Sie Camcorder mit Monitor und Sucher. Dann können Sie den Klapp­monitor während der Aufnahme abschalten.
Tabelle: Camcorder mit Sucher

Bild­stabilisator: Mecha­nisch bringt mehr

Der Bild­stabilisator im Camcorder soll verhindern, dass ihre Aufnahmen verwackeln. Die Anbieter setzen opto­mecha­nische oder digitale Verfahren ein. Im Camcorder selbst und auch im Objektiv. Wichtig ist der Bild­stabilisator vor allem bei Tele­aufnahmen und bei schwachem Licht.
Tipp: Machen Sie ein paar Probeauf­nahmen beim Händler und prüfen Sie, wie der Camcorder auf eine unruhige Hand reagiert. Vor allem bei Tele­aufnahmen.

Akku­lauf­zeit: Vorteil für Fest­speicher

Der Akku hat im Camcorder kein leichtes Leben: Das System fordert viel Strom. Auto­fokus, Zoom, Elektronik und Lauf­werk wollen bedient werden. Fest­platte und DVD-Lauf­werk sind besonders hung­rig. Fest­speicher, Speicherkarte und Band­lauf­werk brauchen weniger Strom. Viel Energie fordert der Monitor. Je größer der Bild­schirm, desto höher der Strom­verbrauch. Auch Camcorder mit hoher Auflösung fordern den Akku stärker, weil sie größere Daten­mengen bewegen. Die Lauf­zeit mit einer Akkuladung ist sehr unterschiedlich. Schwache Modelle machen schon unter einer Stunde schlapp. Spar­same Camcorder mit gutem Akku filmen locker drei Stunden und mehr.
Tipp: Achten Sie auf lange Akku­lauf­zeiten. Schauen Sie in den Tabellen auf das Urteil für Betriebs­dauer und den Mess­wert Betriebs­dauer Aufnahme in Minuten. Erfahrene Video­filmer haben stets einen Ersatz­akku im Gepäck. Die folgende Tabelle zeigt Camcorder, die mindestens 2,5 Stunden aufnehmen können.
Tabelle: Camcorder mit langer Aufnahmezeit.
Tipp: Kaufen Sie einen zweiten Akku, wenn Sie längere Betriebs­zeiten brauchen. Bevor­zugen Sie Camcorder, deren Akkus Sie separat aufladen können – außer­halb des Geräts. Dann können Sie mit dem Camcorder filmen, während das Ladegerät den Ersatz­akku auflädt.
Tabelle: Camcorder mit separatem Akku-Ladegerät (unabhängig vom Camcorder).

Ton: Anschluss für externes Mikro

Moderne Camcorder sind oft putzig klein. Das hat auch Nachteile. Etwa für den Ton. Mikrofon, Lauf­werk und Bedien­elemente sind sich allzu nah. Das einge­baute Mikrofon fängt die Geräusche des Camcorders ein: Das Summen von Zoom und Auto­fokus, das Sirren des DVD-Lauf­werks oder das Zirpen der Fest­platte. Camcorder mit Speicherkarte oder Fest­speicher sind weniger kritisch. Sie arbeiten fast geräusch­los. Bis auf das Objektiv: Fokus und Zoom werden bei allen Camcordern mit Motor gesteuert.
Tipp: Machen Sie eine Probeauf­nahme beim Händler. Betätigen Sie dabei den Zoom und fokussieren Sie Motive in Nah und Fern, damit der Auto­fokus nach­ziehen muss. Hören Sie anschließend die Tonspur ab und achten Sie dabei auf Stör­geräusche. Ein externes Mikrofon kann den Klang verbessern. Doch ist der Anschluss dafür vorhanden?
Tabelle: Camcorder mit Mikrofonbuchse

Extras: Nacht­aufnahmen und Fotos

Camcorder können auch fotografieren. Die Qualität von Digitalkameras erreichen sie dabei aber nicht. Schuld sind vor allem die kleinen Objektive der Camcorder. Wer beste Fotos braucht, fotografiert besser mit einer Digitalkamera. Interes­sant ist der Camcorder dagegen bei Nacht. Viele Geräte können auch bei Dunkelheit filmen. Einge­baute Infrarot­leuchten machen es möglich. Night-Shot heißt die Funk­tion. Bei einigen Camcordern funk­tioniert sie nicht schlecht. Im besten Fall sogar in Farbe.
Tipp: Beachten Sie das Urteil für die Licht­empfindlich­keit in den Tabellen (unter Details Qualitäts­urteil/VIDEO/Details). Schauen Sie im Daten­blatt, was der Camcorder kann und entscheiden Sie, welche Extras oder Zusatz­funk­tion Sie brauchen.
Tabelle: Camcorder mit Infrarotleuchte für Nachtaufnahmen.

Lesen Sie weiter:  So testet die Stiftung Warentest
Direkt zu den Geräten:  Alle Camcorder zeigen
Testsieger:  Die besten Camcorder für Sie
(dieser Link funk­tioniert erst nach dem Einkauf der Daten­bank)

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