Camcorder: Tipps zum Kauf
Was ist wichtig beim Camcorder? Worauf achten beim Kauf? test.de nennt die wichtigsten Punkte, die Sie in der Werbung oder im Datenblatt des Camcorders finden. Achten Sie beim Kauf auf Bildchip, Zoom, Akkulaufzeit, Ton und Extras. Details lesen Sie hier.
Testergebnisse für Camcorder
Bildchip: Je größer, desto besser
Der Bildchip ist das Herzstück eines digitalen Camcorders. Er wandelt das einfallende Licht in elektrische Signale um. Aus diesen Signalen entsteht das Bild. Größere Bildchips können mehr Licht einfangen. Sie bilden Details besser ab. Die Bildchips der Camcorder sind oft sehr klein. Kleine Bildchips ermöglichen Superzooms mit bis zu 70facher Vergrößerung und halten den Camcorder klein. Keine gute Tendenz: Die Bildqualität nimmt ab. Achten Sie im Datenblatt auf die Größe des Bildchips.
Die Anbieter nennen sie in Zoll (falls sie die Größe angeben). Und zwar als Bruch: 1 durch X. Beispiel: 1/8'' ( '' steht für Zoll). 1/8 Zoll ist dabei sehr klein, 1/4 passabel, 1/3 noch besser und 1/2 das derzeit Beste im Amateurbereich. Viele Faktoren hängen mit der Größe des Bildchips zusammen. Der Bildwinkel etwa, der sich bei einer bestimmten Brennweite ergibt. Auch Lichtempfindlichkeit, Schärfentiefe und maximaler Zoomfaktor.
Tipp: Besser ein etwas größerer Camcorder mit großem Bildchip als ein Mini-Modell um jeden Preis.
Objektiv: Qualität zahlt sich aus
Das Objektiv entscheidet darüber, wie gut das Bild ist, das der Camcorder bekommt. Camcorder haben Zoomobjektive mit variabler Brennweite. Im besten Fall von Weitwinkel bis Tele. Die Brennweite wird als Spanne angegeben. Beispiel: 4,5 - 45 mm. Die erste Zahl der Brennweitenangabe zeigt den größten Aufnahmewinkel: Je niedriger der Wert, desto breiter das Panorama. Der zweite Wert zeigt den kleinsten Aufnahmewinkel: Je größer dieser zweite Wert, desto näher können Sie ferne Motive heranholen. Vorsicht aber: Die tatsächliche Bildwirkung hängt von der Größe des Bildchips ab. Achten Sie deshalb auf die normierte Brennweite, nicht einfach auf die Brennweite des Objektivs.
Tipp: Der Zoombereich sollte nicht zu groß sein. Hochwertige Objektive mit großem Zoombereich sind teuer. Billige Objektive verschlechtern oft das Bild. Praktisch sind Camcorder mit Objektivgewinde: Hier können Sie eine Weitwinkel-Vorsatzlinse aufschrauben.
Tabelle: Camcorder mit Objektivgewinde
Brennweite: Normierte Zahl sagt mehr
Die Stiftung Warentest berechnet die normierte Brennweite für alle Camcorder. Die normierte Brennweite ergibt sich aus der Größe des Bildchips und der Brennweite des Objektivs. Die Zahl 1 entspricht der Normalbrennweite (50mm bei einer analogen Kleinbildkamera). Je kleiner der normierte Wert im Weitwinkelbereich (unter 1), desto breiter das Panorama. Je größer der normierte Wert im Telebereich (über 1), desto näher holt der Camcorder entfernte Motive heran. Sie finden die normierte Brennweite für Weitwinkel und Tele stets in der Tabelle.
Tipp: Wählen Sie einen Camcorder, der zu Ihren Bedürfnissen passt. Wichtig für Innenaufnahmen und Familienfeiern ist vor allem die Weitwinkelfunktion, an der es oft mangelt. Für den Telebereich gilt: Je stärker die Vergrößerung desto schneller verwackeln die Aufnahmen. Benutzen Sie ein Stativ.
Tabelle: Normierte Brennweite
(Klicken Sie dort auf "Alle Details einblenden")
Lichtstärke: Großes F mit kleiner Zahl
Die Lichtstärke des Objektivs zeigt, wie viel Licht auf dem Weg durchs Objektiv verloren geht. Je lichtstärker das Objektiv, desto mehr Licht kommt auf dem Bildchip an. Mehr Licht bedeutet hellere und bessere Bilder. Die Lichtstärke wird als Zahl angegeben. Kennzeichen ist das große F. Beispiel: F 1,8 - 2,2. Je kleiner die Zahl, desto lichtstärker das Objektiv. Die Lichtstärke hängt von der eingestellten Brennweite ab. Im Telebereich (zweite Zahl) geht mehr Licht verloren als beim Weitwinkel (erste Zahl).
Tipp: Hochwertige Objektive mit hoher Lichtstärke sind teuer. Wählen Sie im Zweifelsfall einen Camcorder mit höherer Lichtstärke, aber kleinerem Zoombereich.
Zoomfaktor: Weniger ist mehr
Der Zoomfaktor gibt an, wie stark der Camcorder das Bild vergrößern kann. Viele Anbieter protzen mit dieser Zahl. Gerade bei billigen Camcordern. Ein 70-fach Ultra-Zoom klingt toll. Ist es aber nicht. Bei so starker Vergrößerung macht selbst der beste Bildstabilisator schlapp. Jedes Zittern bei der Aufnahme wirkt mit dem Supertele wie ein Erbeben. Die Konsequenz: verwackelte Bilder. Nah dran, aber unscharf. Hochwertigere Camcorder geben sich bescheidener: Zoomfaktor 5- bis 15-fach. Das reicht für die meisten Aufnahmesituationen und liefert bessere Bilder. Wichtiger als der Telebereich ist der Weitwinkel. Nur ein großer Aufnahmewinkel fängt beispielsweise die ganze Familie im kleinen Wohnzimmer ein. Billigcamcorder schaffen das nicht: Ihr Ausschnitt ist kleiner. Wer im Wohnzimmer etwas abseits steht, fällt dann bereits aus dem Bild.
Tipp: Im Alltag brauchen Sie keinen Ultra-Zoom. Es sei denn, Sie sind Tierfilmer. Gute Teleaufnahmen gelingen dann nur mit Stativ. Wählen Sie besser einen Camcorder mit moderatem Zoom, etwa bis 15-fach. Achten Sie auf einen möglichst großen Aufnahmewinkel für Panorama und Innenaufnahmen.
Sucher: Besser als Display
Ein Sucher hilft bei der Aufnahme. Vor allem bei Sonnenschein. Auf dem Klappmonitor ist im Sonnenlicht kaum noch etwas zu erkennen. Leider gibt es immer weniger Camcorder mit Sucher. Hochwertige Sucher sind teuer und brauchen Platz. Die Anbieter sparen sie gerne ein. Brillenträger sollten Camcorder mit Sucher bevorzugen. Bei guten Modellen lässt sich die Dioptrienzahl individuell anpassen. Eine Augenmuschel aus Gummi schirmt das Sucherbild ab. Der Sucher schont obendrein den Akku. Monitore brauchen viel Strom.
Tipp: Ein Klappmonitor ist kein Ersatz für einen Sucher. Bevorzugen Sie Camcorder mit Monitor und Sucher. Dann können Sie den Klappmonitor während der Aufnahme abschalten.
Tabelle: Camcorder mit Sucher
Bildstabilisator: Mechanisch bringt mehr
Der Bildstabilisator im Camcorder soll verhindern, dass ihre Aufnahmen verwackeln. Die Anbieter setzen optomechanische oder digitale Verfahren ein. Im Camcorder selbst und auch im Objektiv. Wichtig ist der Bildstabilisator vor allem bei Teleaufnahmen und bei schwachem Licht.
Tipp: Machen Sie ein paar Probeaufnahmen beim Händler und prüfen Sie, wie der Camcorder auf eine unruhige Hand reagiert. Vor allem bei Teleaufnahmen.
Akkulaufzeit: Vorteil für Festspeicher
Der Akku hat im Camcorder kein leichtes Leben: Das System fordert viel Strom. Autofokus, Zoom, Elektronik und Laufwerk wollen bedient werden. Festplatte und DVD-Laufwerk sind besonders hungrig. Festspeicher, Speicherkarte und Bandlaufwerk brauchen weniger Strom. Viel Energie fordert der Monitor. Je größer der Bildschirm, desto höher der Stromverbrauch. Auch Camcorder mit hoher Auflösung fordern den Akku stärker, weil sie größere Datenmengen bewegen. Die Laufzeit mit einer Akkuladung ist sehr unterschiedlich. Schwache Modelle machen schon unter einer Stunde schlapp. Sparsame Camcorder mit gutem Akku filmen locker drei Stunden und mehr.
Tipp: Achten Sie auf lange Akkulaufzeiten. Schauen Sie in den Tabellen auf das Urteil für Betriebsdauer und den Messwert Betriebsdauer Aufnahme in Minuten. Erfahrene Videofilmer haben stets einen Ersatzakku im Gepäck. Die folgende Tabelle zeigt Camcorder, die mindestens 2,5 Stunden aufnehmen können.
Tabelle: Camcorder mit langer Aufnahmezeit.
Tipp: Kaufen Sie einen zweiten Akku, wenn Sie längere Betriebszeiten brauchen. Bevorzugen Sie Camcorder, deren Akkus Sie separat aufladen können – außerhalb des Geräts. Dann können Sie mit dem Camcorder filmen, während das Ladegerät den Ersatzakku auflädt.
Tabelle: Camcorder mit separatem Akku-Ladegerät (unabhängig vom Camcorder).
Ton: Anschluss für externes Mikro
Moderne Camcorder sind oft putzig klein. Das hat auch Nachteile. Etwa für den Ton. Mikrofon, Laufwerk und Bedienelemente sind sich allzu nah. Das eingebaute Mikrofon fängt die Geräusche des Camcorders ein: Das Summen von Zoom und Autofokus, das Sirren des DVD-Laufwerks oder das Zirpen der Festplatte. Camcorder mit Speicherkarte oder Festspeicher sind weniger kritisch. Sie arbeiten fast geräuschlos. Bis auf das Objektiv: Fokus und Zoom werden bei allen Camcordern mit Motor gesteuert.
Tipp: Machen Sie eine Probeaufnahme beim Händler. Betätigen Sie dabei den Zoom und fokussieren Sie Motive in Nah und Fern, damit der Autofokus nachziehen muss. Hören Sie anschließend die Tonspur ab und achten Sie dabei auf Störgeräusche. Ein externes Mikrofon kann den Klang verbessern. Doch ist der Anschluss dafür vorhanden?
Tabelle: Camcorder mit Mikrofonbuchse
Extras: Nachtaufnahmen und Fotos
Camcorder können auch fotografieren. Die Qualität von Digitalkameras erreichen sie dabei aber nicht. Schuld sind vor allem die kleinen Objektive der Camcorder. Wer beste Fotos braucht, fotografiert besser mit einer Digitalkamera. Interessant ist der Camcorder dagegen bei Nacht. Viele Geräte können auch bei Dunkelheit filmen. Eingebaute Infrarotleuchten machen es möglich. Night-Shot heißt die Funktion. Bei einigen Camcordern funktioniert sie nicht schlecht. Im besten Fall sogar in Farbe.
Tipp: Beachten Sie das Urteil für die Lichtempfindlichkeit in den Tabellen (unter Details Qualitätsurteil/VIDEO/Details). Schauen Sie im Datenblatt, was der Camcorder kann und entscheiden Sie, welche Extras oder Zusatzfunktion Sie brauchen.
Tabelle: Camcorder mit Infrarotleuchte für Nachtaufnahmen.
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