29.06.2006

Buggys: Schadstoffe in Griffen und Bezügen

Schadstoffe: Chemiecocktail

Buggys Test

Auf diese riskanten Substanzen wurden die Kinderwagen untersucht.

Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) gelten als Krebs erregend. Quelle sind Teeröle in der Gummiherstellung. Besonders schwarze, weiche Gummiteile, die stinken, sind verdäch­tig. PAK als Substanzgemische bestehen aus mehreren Hundert Einzelstoffen, von denen viele – wie die Leitsubstanz Benzo(a)pyren – beim Menschen unter anderem Hautkrebs erzeugen und das Erbgut schädigen können. Sie gehen schon beim kurzen Anfassen belasteter Teile auf die Haut über, gerade, wenn man schwitzt oder sich die Hände eingecremt hat.

Phthalate (Weichmacher) wie DEHP machen PVC weicher, können aber die Fortpflanzungsfähigkeit sowie Leber und Nieren schädigen. In Kinderspielzeug sind sechs besonders kritische Weichmacher verboten. In Kinderwagen mit Zubehör nicht. Wir fanden sie in vielen Kunststoffteilen und in Regenhauben. Ohne Schutz kommt der Nachwuchs bei Nässe aber nicht trocken über die Runden. Schnuppern Sie deshalb schon im Laden an der Hülle. Wenn sie stark riecht, verlangen Sie eine, die nicht aus PVC besteht. Solche Hauben sind nach unserer Erfahrung weniger belastet.

Flammschutzmittel wie polybromierte Diphenylether reichern sich in der Umwelt an und können das Nervensystem schädigen. Zwei Stoffe, Pentabromdiphenylether und Octabromdiphenylether, sind über 0,1 Masseprozent seit 2003 europaweit verboten. Unerwünscht sind auch alle anderen Flammschutzmittel, wenn dabei phosphororganische und halogenorgani­sche Verbindungen zum Einsatz kommen.

Phenole werden als Lösemittel verwen­det, so bei der Herstellung von Farbstoffen und Kosmetika. Sie sind teils giftig, haut­ätzend und können Krebs erzeugen.

Organozinnverbindungen in Textilien stehen im Verdacht, das Hormonsystem negativ zu beeinflussen.

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