13.01.2006

Blutdruckmessgeräte: Die Bessermesser

Blutdruckmessgeräte Test

Dauerhaft zu hoher Blutdruck kann lebensbedrohlich sein: Wer betroffen ist, riskiert Gefäßerkrankungen, Herzinfarkt und Schlaganfall. Daher sollte jeder seinen Blutdruck kennen und ihn regelmäßig messen. Für Messungen zu Hause stehen komfortable Vollautomaten zur Verfügung. Die Anwendung ist einfach. Auch bei billigen Geräten. Doch nicht jedes Blutdruckmessgerät misst genau. Besonders Discounterware liegt oft daneben. test.de erklärt die Unterschiede zwischen den Geräten und worauf Sie beim Messen achten sollten.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Blutdruckmessgeräte

Komfortable Geräte

Jedes Jahr werden in Deutschland rund 1,4 Millionen Blutdruckmesser verkauft, der größte Teil davon fürs Handgelenk. Sie sind bequem zu handhaben und leicht zu transportieren. Oberarmgeräte haben dagegen oft größere Anzeigen und handlichere Bedienelemente. Grundsätzlich sind sie besser geeignet für ältere Menschen mit Adernverkalkung. Für den Hausgebrauch sind beide Typen gut einsetzbar. Auf Knopfdruck erzeugen sie einen vorbestimmten Manschettendruck. Der automatisch gesteuerte Druckverlauf misst systolischen und diastolischen Blutdruck sowie die Herzfrequenz.

Häufige Messfehler

Keines der getesteten Geräte misst den Blutdruck stets exakt. Die Besten kamen gerade mal auf eine Quote von 80 Prozent präziser Messungen. Messfehler von 10 mm HG sind stets möglich. Daher sollte beim Kauf eine Vergleichsmessung mit einem Blutdruckmessgerät beim Arzt oder Apotheker erfolgen. Beide Messwerte sollten möglichst nahe beieinander liegen. Doch Achtung: Der Blutdruck unterliegt Schwankungen. Einzelne erhöhte Werte sagen noch nicht viel aus und sollten niemanden zur Panik verleiten. Wirklich aussagekräftig sind nur Messreihen über längere Zeiträume unter jeweils gleichen Bedingungen.

Gefährliche Schnäppchen

Die Messgenauigkeit ist nicht unbedingt eine Frage des Preises. Das teuerste Gerät im Test - das SweetHeart für 249 Euro - misst nur mittelmäßig genau. Dafür bietet es allerlei Hightech wie die Sprachausgabe der Messergebnisse. Für Sehbehinderte und Blinde ist diese Funktion hilfreich. Testsieger bei den Oberarmgeräten ist der Medisana MTP Blutdruckcomputer für 80 Euro mit der Gesamtnote 2,1. Bei den Handgelenkgeräten führt Omron RX Genius für 100 Euro ebenfalls mit der Gesamtnote 2,1 die Wertung an. Mit der Note 2,2 nur wenig schlechter schneidet Sanoquell 329 von Quelle ab, kostet dafür allerdings nur 30 Euro. Billige Geräte bieten häufig auch Discounter als Aktionsware an - im Test waren diese jedoch durchweg Tabellenletzte. Die Blutdruckmesser von Rossmann und Plus erhielten sogar „mangelhaft“, weil ihre Messungen zu ungenau waren. Für Kranke wird solch ein Schnäppchen schnell zum riskanten Roulette.

Nützliche Extras

Einige Geräte bieten nützliche Zusatzfunktionen. Omron RX Genius verfügt zum Beispiel über einen USB-Anschluss. Damit können Bluthochdruckpatienten ihre Messergebnisse auf den PC übertragen, ausdrucken oder gleich als E-Mail an den Arzt schicken. Bei den Handgelenkgeräten ist auch eine Herzhöhenpositionsanzeige sinnvoll. Diese zeigt an, wann der Arm in der richtigen Messposition ist. Die Geräte beginnen erst mit der Messung, wenn das Handgelenk in Herzhöhe liegt. Eine solche Herzhöhenpositionsanzeige bieten Omron RX Genius, Omron R5 Professional und Braun Sensorcontrol Easyclick.

Ratgeber: Zehn Stufen zum gesunden Blutdruck

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