21.10.2004

Bestattungen: Die teuren Toten

Was tun im Todesfall?: Plötzlich und unerwartet

Bestattungen Test

Das Thema Tod wird heute meist verdrängt. Wenn er dann eintritt, sind die Hinterbliebenen in einer emotionalen Ausnahmesituation und viele auch ratlos. Was ist im Todesfall zu tun?

Wenn ein Angehöriger stirbt, kommt auf die Hinterbliebenen, die nicht selten schockiert und gelähmt sind, einiges zu – sowohl organisatorisch als auch finanziell.

  • Totenschein: Bei einem Sterbefall in der Wohnung, was heute eher die Ausnahme ist, muss ein Arzt gerufen werden, der die Todesbescheinigung ausstellt.
  • Sterbeurkunde: Sie wird vom Standesamt des Sterbeortes ausgestellt. Dafür müssen Totenschein, Geburtsurkunde, Personalausweis des Verstorbenen sowie je nach Familienstand die Heiratsurkunde (Familienstammbuch) vorgelegt werden.
  • Benachrichtigung: Verwandte und Freunde informieren, gegebenenfalls den Arbeitgeber.
  • Bestatter: Viele Aufgaben kann das Bestattungsunternehmen erledigen. Zum Beispiel die Überführung, die hygienische Versorgung und Einsargung des Verstorbenen, den Erwerb des Grabes über die Friedhofsverwaltung, die gesamte Organisation von Trauerfeier und Bestattung, das Trauermahl, Zeitungsanzeigen sowie die Information von Krankenkasse und Versiche­rungen. Nicht nur aus Kostengründen sollte man jedoch überlegen, was man davon selbst übernehmen will. Das könnten die Terminabsprache mit der Friedhofsverwaltung und dem Pfarrer und die Aufgabe der Todesanzeige sein. Auch das Tragen und Absenken des Sarges dürfen Freunde oder Verwandte mancherorts übernehmen.
  • Bestattung: Bei einer Erdbestattung muss das Nutzungsrecht für eine Grabstelle erworben werden. Es ist immer zeitlich begrenzt (10 bis 30 Jahre). Reihengräber (ohne Einfluss auf die Lage) sind preiswerter als Wahlgräber, für die Lage und Größe bestimmt werden können. Für eine Feuerbestattung muss eine Willenserklärung des nächsten Angehörigen oder eine Verfügung des Verstorbenen vorliegen. Hier findet eine zweite Leichenschau im Krematorium statt. Die Urne kann entweder in einem Wahl- oder Reihengrab, in einer Gemeinschaftsgrabstätte, anonym, in einem Bestattungswald oder auf See beigesetzt werden.
  • Grab: Sechs Wochen nach der Beisetzung sollte das Grab geräumt und die Grabpflege organisiert werden. Der Grabstein darf frühestens nach sechs bis acht Monaten aufgestellt werden.
  • Hinterbliebene: Versicherungen und Banken informieren. Nachlass und Erbe regeln. Gegebenenfalls Rentenansprüche anmelden. Wenn nötig, Mietvertrag, Telefon und Strom kündigen.

Weitere Informationen finden Sie hier:

„Was tun, wenn jemand stirbt?“
Ratgeber der Verbraucherzentralen, 116 Seiten
5,80 Euro, www.vzbv.de/ratgeber

www.bestatter.de (Bundesverband)
www.aeternitas.de (unabhängige Initiative)
www.bestattungsinstitut.de

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