16.12.2004

Beschichtete Pfannen: Die Beste kostet 80 Euro

Beschichtete Pfannen Test
Vorbildlich: Die Aluminiumgusspfanne Fissler Country ist die einzige im Test mit einer „sehr guten“ Beschichtung.

Es gibt sie inzwischen für weniger als zehn Euro. Wir haben im Labor akribisch gebrutzelt, gescheuert und gemessen und können von den 17 getes­teten Pfannen 6 „gute“empfehlen.

Eine Bratpfanne ist ein simples, meist rundes Küchengerät aus Metall mit einem soliden Griff, der möglichst nicht so heiß wird wie die Pfanne selbst. So weit sieht die Sache also ganz einfach aus. Ist es aber nicht. Denn zu 90 Prozent werden Pfannen mit Antihaftbeschich­tungen gekauft, „Hightech“ zum Braten von Eiern oder Steaks, zum Dünsten von Fisch oder Garen von Aufläufen. Das hat gute Gründe, denn Gerichte geraten in den Pfannen mühelos – fast ohne Herz und Gefäße belastende Fettzugaben.

Polytetrafluorethylen (PTFE), bekannt unter dem Markennamen Teflon, hat diese Revolution ausgelöst. Immerhin hat in den vergangenen 20 Jahren die Zubereitung von Gerichten in der Pfanne um mehr als 20 Prozent zugenommen.

Aber: Beschichtete Pfannen sind sensibel. Übergroße Hitze und Metallwerkzeuge wie Messer, Gabeln oder Stahlschwämme sind ihre ärgsten Feinde. Die Haltbarkeitsgrenze von PTFE liegt bei etwa 250 Grad Celsius, aber auch eine leere, mehrmals auf über 200 °C erhitzte Pfanne kann bereits ruiniert sein. Diese Temperatur ist schnell erreicht, wenn eine „unbeladene“ Pfanne auf eine heiße Herdplatte gesetzt wird. Dass die Schicht nicht mehr funktioniert, zeigt sie durch Braunfärbung, dann blättert sie nach und nach ab. Davon gehen keine Gesundheitsgefahren aus, denn eine toxische Wirkung – darin sind sich die Fachleute inzwischen einig – gibt es erst oberhalb von 450 °C. Diese Temperatur erreichen Pfannen auf einem Keramikkochfeld sowieso nicht. Und auf anderen Herden stabilisiert sich die Temperaturabgabe je nach Material zwischen 300 und 350 °C. Sollten abgelöste PTFE-Spuren in der Nahrung und damit im Körper landen, werden sie unverändert wieder ausgeschieden, weil sie sich auch in der Magensäure nicht lösen.

Gute Bodenhaftung?

Beschichtete Pfannen Test
Passend: Verschiedene Größen und unterschiedliche Materialien machen den Kauf einer beschichteten Pfanne nicht einfacher.

Wir haben 15 Aluminium- und 2 Edelstahlpfannen – alle beschichtet – mit 28 Zentimeter Durchmesser und Höhen zwischen viereinhalb und acht Zentime­tern geprüft. An der Haftung der Pfannenbeschichtung gab es kaum etwas auszusetzen. Die Urteile lauteten fast durchweg „gut“, für die Berndes Alu-Specials sogar „sehr gut“. Nur die Berndes Bonanza zeigte nach der Gitterschnittprüfung Ablösungsspuren an der Antihaftbeschichtung, schlechter als „befriedigend“ war das Ergebnis aber auch nicht.

„Mangelhaft“ für den Bratchef

Beschichtete Pfannen Test
Pfanne mit Deckel: Die meisten Pfannen werden ohne Deckel angeboten und gekauft. Er ist als teures Zubehör erhältlich.

Die Spreu trennte sich allerdings vom Weizen, als wir den Alltagsbetrieb zusätzlich mit einer Scheuerprüfung simulierten (siehe unter der Tabelle „Ausgewählt, geprüft, bewertet“). Dabei sah von den acht Pfannen aus Aluminiumblech nur das Tchibo/TCM-Modell „gut“ aus. Trotz seines stolzen Namens kassierte der GSW Bratchef nach dieser Praxisprüfung ein „Mangelhaft“. Der billige Bratchef ist neben seinen 600 Gramm auch technisch ein Leichtgewicht: Für seine gebrechliche Griffbefestigung erhielt er ebenso ein „Mangelhaft“. Bei den Aluminiumgusspfannen hieß es bei der Beschichtung für die Fissler Country „sehr gut“ und für die Silit Allegro „gut“. Bei den Edelstahlpfannen erreichte die WMF Comfort ein „Gut“.

Auf die Verklebung kommt es an

Beschichtete Pfannen Test
Im Test: Pfannen mit mindestens 28 Zentimeter Durchmesser.

Mängel liegen selten im Material der Beschichtung, sondern eher in der Zuverlässigkeit des Klebeverfahrens. Für beides haben Hersteller ihre eigenen Rezepte, woraus sich auch die sehr weit auseinander liegenden Urteile bei der Beschichtung erklären: Wer eine sehr beständige Mischung für die Beschichtung verwendet, kann durchaus Probleme bei der Haltbarkeit der Verklebung haben. In der Produktion müssen Hersteller regelmäßig rund ein Prozent der produzierten Pfannen als „Ausschuss“ hinnehmen.

Übrigens: Früher boten manche Hersteller die Neubeschichtung von Pfannen an. Allerdings belieferten sie ihre Kunden mit neuen Pfannen, denn das Aufbringen einer frischen PTFE-Schicht wäre technisch viel zu aufwendig, um rentabel zu sein. Aber die Rücknahme gebrauchter Pfannen lohnte sich wohl doch, denn Aluminium und Edelstahl lassen sich als „sortenreiner Schrott“ wieder verwenden. Diese Ressourcen schonende Rohstoffnutzung wird zwar vom Gesamtverband der Aluminiumindustrie nachdrücklich empfohlen, aber kein Hersteller in unserem Test hat bisher die Rücknahme von Altpfannen organisiert.

Das Gewicht ist nicht entscheidend

Beschichtete Pfannen Test
Reinigung: Handwäsche mit heißem Wasser ohne Spülmittel reicht, ein dünner Ölfilm bekommt der Beschichtung als Schutz gut.

Ohne die kritischen Eigenschaften der Beschichtungen hätten mehr Pfannen im Test gut abgeschnitten. Denn in allen anderen Prüfpunkten sahen die Ergebnisse oft besser aus. Bei der Teleshop Titan-Pfanne bemängelten die Prüfer aber die Stabilität der Böden. Der Pfannenboden bog sich nach außen, allerdings nicht so stark wie bei der GSW. Bei der Teleshop Titan führte das zu einem „Ausreichend“ in der Temperaturverteilung.

Kein Wunder, könnte man meinen, die Titan-Pfanne hat mit 2,99 Millimetern einen sehr dünnen Boden. Auch das Schwergewicht im Test, die Gastrolux Nano, scheint mit 1,8 Kilogramm und einer Bodenstärke von 8,16 Millimetern diesen Schluss zu bestätigen. Aber die rundum besten Werte bei den Brateigenschaften und sogar das einzige „Sehr gut“ im Energiebedarf beim Aufheizen erzielte die nur 900 Gramm schwere Tefal Ambiance mit einer Bodenstärke von 3,02 Millimetern.

Diese Beispiele zeigen: Die Materialkombinationen und nicht das Gewicht entscheiden über die Qualität von Pfannen. Aber solche „inneren Werte“ kann ein Kunde im Laden ebenso wenig beurteilen wie die Güte der Verarbeitung. Der kalte Boden hat zum Beispiel meist eine leichte Biegung nach innen, damit er nach dem Aufheizen plan aufliegt. Die Stärke der Durchbiegung hängt von der Konstruktion des Pfannenbodens ab. Auch sonst kommt es auf Qualität an. Unsauber bearbeitete Pfannenböden können Keramikkochflächen von Herden durch kaum ertastbare Grate zerkratzen.

Bei einigen Pfannen im Test sollen Hilfsgriffe (siehe „Besonderheiten“) den sicheren Transport vom Herd zum Tisch gewährleisten. Aber Vorsicht: Nur bei der WMF Ultra ist dieser Hilfsgriff isoliert. Bei den anderen wird er sehr heiß (Topflappen benutzen).

Ein dünner Ölfilm tut gut

Ikea und Gastrolux raten generell davon ab, ihre Pfannen in der Spülmaschine zu reinigen. Silit und WMF geben für ihre unterschiedlichen Modelle zum Thema Spülmaschine in den Gebrauchsanleitungen gar keine Auskunft. Obligatorisch ist der Rat, Pfannen per Hand zu reinigen. Das hat vor allem einen „kosmetischen“ Hintergrund: Aluminium läuft im alkalischen Maschinenbad leicht an. Nach dem Reinigen sollte man dem Pfanneninneren eine dünne Ölschicht spendieren. Pfannen mit Holzgriffen gehören generell nicht in die Spülmaschine. Das betrifft in unserem Test aber nur die Berndes Bonanza.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Beschichtungs­material

Dieser Artikel ist hilfreich. Nutzer finden das hilfreich.

Kommentare (0)

weitere Kommentare anzeigen

Alle Kommentare anzeigen

Schreiben Sie bitte einen Kommentar

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Jetzt einloggen oder Neu registrieren.
Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice