19.06.2012

Berufs­unfähigkeits­versicherung: Alternative Policen besser als nichts

Berufsunfähigkeitsversicherung Test

Eine Berufs­unfähigkeits­ver­sicherung ist optimal, um Invaliditäts­risiken ab­zu­sichern. Doch viele bekommen diesen Schutz aufgrund von Vorerkrankungen nicht – oder können ihn sich nicht leisten. Finanz­test zeigt, welche Alternativen es gibt, um Invaliditäts­risiken abzu­sichern. Nachteil: Die meisten dieser Policen bieten nur einge­schränkten Schutz, weil sie nur ausgewählte Risiken versichern. Das ist jedoch besser als gar keine Absicherung.

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Test Berufs­unfähigkeits­versicherung finanztest 07/2012
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Berufs­unfähigkeits­schutz erste Wahl

Der Berufs­unfähigkeits­schutz bleibt erste Wahl. Nur damit erhalten Versicherte eine Rente, wenn sie zu mindestens 50 Prozent nicht mehr in ihrem zuletzt ausgeübten Beruf arbeiten können. Ob sie noch andere Tätig­keiten ausüben könnten und warum die Berufs­unfähigkeit einge­treten ist, spielt bei Policen mit guten Bedingungen für die Zahlung der Rente keine Rolle. Doch die Policen sind nicht billig. Die Finanztest-Mo­dell­kunden müssen zum Beispiel für Schutz mit sehr guten Bedingungen zwischen 850 und 1 800 Euro im Jahr bezahlen, damit sie eine Rente von 2 000 Euro monatlich erhalten Berufsunfähigkeitsversicherung: Die besten Angebote im Test. Das können sich viele nicht leisten. Andere erhalten den Schutz erst gar nicht, weil sie bereits Vorerkrankungen haben oder sie müssen zumindest Ausschlüsse oder Risiko­zuschläge in Kauf nehmen. Vor allem psychische Erkrankungen, sind der Haupt­grund, warum Menschen nicht mehr in ihrem Beruf arbeiten können. Doch schon nach einer ersten Psycho­therapie gibt es meist keine Berufs­unfähigkeits­versicherung mehr.

Alternativen für den Invaliditäts­schutz

Finanztest hat sich angesehen, welche Alternativen Kunden neben dem Berufs­unfähigkeits­schutz haben, um Invaliditäts­risiken abzu­sichern. Die Palette reicht von Unfall- und Erwerbs­unfähigkeits­schutz über Grund­fähig­keits­versicherungen bis hin zu weniger bekannten Angeboten wie der Schwere-Krankheiten- und der Funk­tions­invaliditäts­versicherung. Viele dieser Ersatz­versicherungen kommen auch bei schmalem Budget infrage. So ist ein Erwerbs­unfähig­keits­schutz, also Schutz für den Fall, dass jemand gar nicht mehr arbeiten kann, deutlich güns­tiger als eine Berufs­unfähigkeitsver­sicherung, ebenso wie Policen, die nur den Verlust von Fähig­keiten wie Sprechen oder die Hände gebrauchen versichern, oder klassische Unfall­policen. Auch Menschen mit Vorerkrankungen haben oft die Möglich­keit, eine der genannten Alternativ­produkte zu bekommen. So führt zum Beispiel auch eine Psycho­therapie dort oft nicht gleich zur Ablehnung. Der Nachteil: Die Produkte bieten nur einge­schränkten Schutz, weil sie jeweils nur ausgewählte Invaliditäts­risiken abdecken. Das ist dann aber immer noch besser als gar keine Absicherung.

Die Produkte kurz erklärt

  • Erwerbs­unfähigkeits­versicherung: Von allen Alternativen ist die Erwerbs­unfähigkeits­versicherung dem Schutz gegen Berufs­unfähigkeit am ähnlichsten. Auch hier erhalten die Versicherten eine vertraglich vereinbarte Rente. Allerdings gibt es diese im Unterschied zur Berufs­unfähigkeits­versicherung meist erst, wenn Versicherte fast über­haupt nicht mehr in der Lage sind zu arbeiten. Ihr ausgeübter Beruf spielt keine Rolle. Die meisten Versicherer lassen aber wenigs­tens eine tägliche Arbeits­zeit von unter drei Stunden zu und zahlen trotzdem.
  • Schwere-Krankheiten-Versicherung: Eng­lisch heißt sie Dread-Disease, auf Deutsch nennt Finanztest sie „Schwere-Krankheiten-Versicherung“. Kunden erhalten einen vereinbarte Geldsumme auf einen Schlag, wenn bei ihnen eine schwere Krankheit diagnostiziert wurde, wenn sie einen schweren Unfall hatten oder bestimmte Fähig­keiten verlieren, zum Beispiel nicht mehr gehen oder sprechen können. Ob sie durch die Erkrankung noch arbeiten können, spielt für die Zahlung keine Rolle. Geld gibt es nur für im Vertrag fest­geschriebene Krankheiten oder Ereig­nisse wie einen Herz­infarkt, einen Schlag­anfall, bestimmte Krebs­erkrankungen oder den Verlust der Sprache.
  • Private Unfall­versicherung: Sie zahlt eine vereinbarte Summe, wenn der Versicherte durch einen Unfall eine dauer­hafte körperliche Beein­trächtigung erleidet. Unter „dauer­haft“ verstehen die Versicherer in der Regel eine Zeitspanne von mindestens drei Jahren. Der Haken: Nicht Unfälle, sondern Krankheiten wie Depressionen oder Rückenleiden sind die wichtigsten Gründe für vorzeitiges Ausscheiden aus dem Berufs­leben.
  • Funk­tions­invaliditäts­versicherung: Sie ist noch recht neu. Grob gesagt ist die Funk­tions­invaliditäts­versicherung eine Mischung aus Unfall-, Grund­fähig­keits- und Schwere-Krankheiten-Versicherung, da sie Teil­leistungen davon umfasst. Kunden erhalten eine Rente in vereinbarter Höhe, wenn sie durch einen Unfall oder durch bestimmte Schäden an inneren Organen invalide werden oder wenn sie bestimmte Fähig­keiten verlieren und zum Beispiel nicht mehr gehen, sehen oder hören können aber auch wenn sie pflegebedürftig werden. Die Voraus­setzungen für die Rentenzahlung sind sehr streng. Die Krankheit muss einen vorgegebenen Schweregrad erreichen. Die Versicherer verlangen meist, dass die körperlichen Beein­trächtigungen dauer­haft und nicht heil­bar sind, ehe sie zahlen.
  • Grund­fähig­keits­versicherung: Durch einen Unfall oder eine Krankheit kann es passieren, dass jemand grund­legende Fähig­keiten verliert und nicht mehr sehen, gehen oder sprechen kann. Für solche Fälle gibt es die Grund­fähig­keitsver­sicherung. Der Versicherer zahlt eine monatliche Rente in vereinbarter Höhe, wenn Fähig­keiten verloren gehen, die im Vertrag fest­geschrieben sind. Warum der Verlust eintritt, ist für die Rentenzahlung unerheblich, ebenso, ob jemand durch den Verlust noch arbeiten kann. Die Kriterien für eine Rentenzahlung sind sehr streng. Voraus­setzung ist, dass der Versicherte die verlorenen Fähig­keiten voraus­sicht­lich für mindestens ein Jahr und auch meist voll­ständig einbüßt.

Hinweis: Vor- und Nachteile der alternativen Produkte sowie Anbieter, Tarife und Preise erhalten Sie in der vollständigen Fassung des Artikels aus Finanztest.

Chat Invaliditäts­versicherungen

Die Finanztest-Expertinnen Beate-Kathrin Bexterm­öller und Alisa Gott­schew­sky standen Rede und Antwort im Chat auf test.de. Hier die
Antworten auf Ihre Fragen zum Thema Invaliditätsschutz.

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