17.12.2002

Bankschließfächer: Unter Verschluss

Bankschließfächer Meldung
Wer ganz sicher sein will, dass er ein Schließfach in seiner Wunschgröße bekommt, sollte sich einige Wochen vor dem Miettermin nach freien Fächern erkundigen.

In Bankschließfächern sind exquisiter Schmuck, alte ­Wertpapiere, wichtige Verträge und wertvolle ­Computerdaten sicher aufgehoben.

Rund 90 000-mal brachen im vergangenen Jahr in Deutschland Ganoven in Wohnungen oder Häuser ein. Dabei verursachten sie laut Bundeskriminalamt einen Schaden von über 290 Millionen Euro. Sie stahlen vor allem Schmuck, Bargeld, Münzsammlungen und Wertpapiere.

Die Hausratversicherung ersetzt den Schaden nur zum Teil. Und nicht jeder Haushalt hat eine solche Versicherung. Der ideelle Schaden ist häufig sowieso unersetzlich.

Der Inhalt bleibt geheim

In einem Bankschließfach kann der Kunde alles verstauen, was ihm lieb und teuer ist: Schmuck, Pokale, Geld, historische Wertpapiere, Münz- und Briefmarkensammlungen oder Verträge und Urkunden. „Es gibt auch zunehmend Firmen, die Disketten mit wichtigen Daten in Bankschließfächern aufbe­wah­ren“, sagt Ingeborg Pelikan von der Vereins- und Westbank. Auskunft über den Inhalt verlangen die Kreditinstitute nicht.

Nicht jedes Kreditinstitut bietet Schließfächer an. So müssen sich zum Beispiel Kunden der Citibank, Postbank, SEB sowie ABC- und CC-Bank bei anderen Banken erkundigen, ob sie Schließfächer an fremde Kunden vermieten. Das ergab eine Umfrage von Finanztest bei regionalen und überregionalen Kreditinstituten. Häufig vermieten Banken die Schließfächer nur an eigene Kunden. Außerdem hat nicht jede Filiale einer Bank oder Sparkasse eine Schließfachanlage.

Die Größe bestimmt den Preis

Banksafes gibt es in vielen Größen. Die Institute haben mindestens acht verschiedene Größen, viele wesentlich mehr im Angebot. In die kleinen (etwa 5 × 30 × 50 Zentimeter) passt ein schmaler Leitzordner. Die größeren Fächer (etwa 70 × 60 × 50 Zentimeter) bieten Platz für einen Koffer.

Nach der Größe des Schließfachs richtet sich der Preis. Allerdings sind die Größen nicht standardisiert und deshalb auch schwer vergleichbar. Das kleinste Fach (5 × 18 × 27 Zentimeter) kostet bei der Stadt- und Kreissparkasse Leipzig 12,27 Euro im Jahr. Bei der Stadtsparkasse Hannover steht in der Preisliste, dass Schließfächer bis 6 000 Kubikzentimeter 35 Euro im Jahr kosten. Die Deutsche Bank hat eine noch gröbere Einteilung. Banksafes bis 9 000 Kubikzentimeter kosten 58 Euro Jahresmiete. Für koffergroße Schließfächer muss der Kunde mit über 200 Euro Jahresmiete rechnen.

Selten legen die Kreditinstitute Mindestlaufzeiten für einen Mietvertrag fest. Die Commerzbank und die Mittelbrandenburgische Sparkasse in Potsdam möchten zum Beispiel, dass sich ihre Kunden wenigstens bis zum jeweiligen Jahresende binden. Nach oben sind der Mietdauer keine Grenzen gesetzt.

Persönliche Angaben

Wer ein Bankschließfach mieten will, muss zunächst die persönlichen Daten angeben: Name, Anschrift, Geburtsdatum und Beruf. Den Mietpreis bezahlen die Kunden gewöhnlich per Einzugsermächtigung.

Bankschließfächer werden manuell oder elektronisch gesichert: Beim manuellen System schließt der Kunde sein Fach mit einem Schlüssel auf. Zuvor muss er sich beim Bankmitarbeiter legitimieren – mit der Unterschrift oder einem Passwort. Das elektronische Zugangssystem funktioniert mit Maestro-Karte (frühere ec-Karte) und Geheimzahl sowie einem Schlüssel für das Fach.

Meist sind die Schließfächer zu den normalen Banköffnungszeiten zugänglich. Einige wenige Filialen haben auch Anlagen, auf die der Kunde rund um die Uhr zugreifen kann.

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