Die Preise am Kfz-Versicherungsmarkt sind stark in Bewegung. Finanztest bleibt dran und hat untersucht, was sich zum Jahresende tut.
Am Kfz-Versicherungsmarkt geht es turbulent zu, seit die Allianz zum September dieses Jahres ihre Beiträge gesenkt hat. Das macht sie zwar immer noch nicht zum günstigsten Anbieter. Es setzt die Konkurrenz aber unter Zugzwang. So verkündete ihr größter Wettbewerber – die Huk-Coburg-Gruppe –, dass sie auf die Senkungen auf alle Fälle reagieren werde.
Gerade jetzt kann sich ein Wechsel zu einer günstigeren Versicherungsgesellschaft auszahlen. Bis zum 30. November können Autofahrer ihre alte Versicherung noch kündigen. Wir haben deshalb anhand eines Modellkunden untersucht, was sich seit unserem großen Test im November-Heft getan hat.
Finanztest hat das Beitragsniveau zum Stichtag 1. September 2004 mit den aktuellen Tarifen verglichen. Tatsächlich haben über ein Drittel der befragten Unternehmen ihre Beiträge verändert. 14 davon haben ihre Preise gesenkt. Am deutlichsten die Europa mit minus 17 Prozent in der Haftpflicht. Das ist bemerkenswert, da die Europa im Schnitt recht günstige Beiträge hat.
Bei der Axa käme unser Modellkunde für die Berechnung des Beitragsniveaus mit minus 16 Prozent in der Haftpflicht und minus 15 Prozent bei Haftpflicht und Vollkasko jetzt besser weg. Auch Axa die Alternative hat um 16 Prozent beziehungsweise 13 Prozent gesenkt. Sechs Tarife sind dagegen teurer geworden, zwei haben ihre Preise für die Haftpflichtversicherung zwar erhöht, für Haftpflicht plus Vollkasko aber gesenkt.
Teurer für Jüngere und Ältere
Wenn die Versicherungsgesellschaften ihre Beiträge verändern, gehen sie meist nicht nach dem Rasenmäher-Prinzip vor und und machen es für alle billiger oder teurer. Sie schauen sich an, welche Fahrer besonders teuer für sie sind – also viele Unfälle verursachen – und welche nicht. Danach kalkulieren sie dann speziell zugeschnittene Tarife.
Bei unserer Untersuchung stellten wir fest, dass die Beiträge vor allem für Personen günstiger wurden, die den Fahrerkreis auf den Versicherungsnehmer und seinen Partner einschränken und Wohneigentum besitzen. Auch Beamte kommen noch günstiger weg als ohnehin schon und manche Versicherer belohnen die Treue ihrer Kunden stärker.
Beitragserhöhungen gab es dagegen, wenn der Fahrzeughalter nicht gleichzeitig auch Versicherungsnehmer oder dessen Partner ist. Auch Fahrer unter 23 Jahren und Fahrer, die schon über 75 Jahre alt sind, kommen schlechter weg.
Damit werden Versicherungsnehmer, die in den Augen der Versicherer ein so genanntes gutes Risiko darstellen, noch mehr belohnt, Kunden, die statistisch gesehen aber mehr Kosten verursachen, zahlen drauf.
Bleibt die Huk-Coburg: Sie hat tatsächlich wie angekündigt auf die Preissenkungen der Allianz reagiert: Unser Modellkunde konnte davon nicht profitieren. Seine Beiträge haben sich erhöht.
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