Welches Auto bietet viel Platz für Kinder? Die Stiftung Warentest hat's ausprobiert. Im Test: 58 Autos aller Klassen: vom Alfa Romeo Giulietta bis zum VW Touran. Mit dabei auch die aktuellen 3er von BMW oder der Low-Budget Van Dacia Lodgy. test.de zeigt die besten Familienkutschen.
Testergebnisse für Autokindersitzeinbau
Ab drei Sitzen wird es eng
Zwei Kindersitze im Auto sind kein Problem. Sie passen hinten auf die Außenplätze. Selbst im Kleinwagen. Doch schon beim dritten Kindersitz wird es eng. Der Mittelsitz ist oft zu schmal, der Autogurt zu kurz oder das Gurtschloss durch bereits eingebaute Kindersitze blockiert. Wer mit drei oder vier Kindern fahren will, braucht das passende Auto dafür. test.de zeigt die besten Modelle.
58 Autos im Test
Im Test: 58 gängige Autos – vom 3er BMW bis zum Opel Zafira mit drei Sitzreihen. Die Stiftung Warentest hat jeweils ausprobiert, wie viele Kindersitze in die Autos passen. Die Tester bauten drei Kindersitze für unterschiedliche Altersklassen ein: eine Babyschale, einen Gruppe-I-Isofixsitz und einen mitwachsenden Sitz für größere Kinder (Gruppe II/III). Der Einbau erfolgte auf allen geeigneten Positionen: Beifahrersitz, zweite Reihe und dritte Reihe – sofern vorhanden. Platzangebot, Sitzgestaltung und letztlich auch die Vorschriften den Fahrzeuganbieter entscheiden darüber, ob die zweite Reihe drei oder nur zwei Kindersitze aufnehmen kann.
Beifahrer nach hinten
Die Überraschung: Selbst in typischen Familienautos und Vans fehlt oft der Platz für einen dritten oder vierten Kindersitz. So etwa beim Citroën C3 Picasso. Ein Van mit viel Platz – im Prinzip. Doch der Mittelsitz ist beim C3 nicht für Kinder geeignet. Der dritte Kindersitz müsste deshalb auf den Beifahrersitz, der Beifahrer nach hinten. Doch auch für einen Erwachsenen bleibt hinten zwischen zwei Kindersitzen kaum Platz. Unkomfortabel. Keine Lösung für Familien.
Familie in Fesseln
Auch der Opel Zafira fällt für kinderreiche Familien flach. Hier passen zwar zur Not drei Kinder in die zweite Reihe, dafür ist der Beifahrersitz mangelhaft. Grund: Der Airbag lässt sich nicht einfach abschalten. Opel bietet stattdessen eine automatische Sitzbelegungserkennung an. Gegen Aufpreis. Die funktioniert aber nur mit Kindersitzen von Opel: Familie in Fesseln. Keine gute Lösung. Schade, denn der Zafira ist eines der wenigen Autos im Test, das serienmäßig sieben Sitze hat. Selbst bei Mercedes ist eine aufpreispflichtige Sitzbelegungserkennung erforderlich. Die Airbag-Deaktivierung ist beim Volvo V40 eine kostenpflichtige Option.
Kein Baby als Beifahrer
Auf dem Beifahrersitz des Mazda 5 darf eine rückwärts gerichtete Babyschale der Gruppe 0+ nicht montiert werden. Der Airbag dieses Vans lässt sich nämlich gar nicht erst abschalten. Es sei denn, man lässt für 116 Euro einen Schlüsselschalter nachträglich einbauen. Beim Fiat Freemont und bei allen drei getesteten Subaro-Modellen ist laut Bedienungsanleitung der Beifahrersitzplatz für Kinder nicht geeignet.
Vans fahren vorn
Die großen Vans von Citroën, Fiat, Peugeot, Seat und VW stellen die Ehre der Familienkutschen schließlich wieder her. Sie bieten mehr Platz. Auch für den dritten und vierten Kindersitz, egal welcher Marke. Der Airbag auf dem Beifahrersitz lässt sich mit dem Autoschlüssel abschalten. Ebenfalls im Rennen bleibt der Renault Kangoo. Der Kombi mit dem hohen Dach bietet hinten Platz für drei Kindersitze. Schiebetüren erleichtern den Zugang. Auch Fiat Doblò und Opel Combo bieten diese praktischen Pforten.
Tabelle Vans
Testkommentar zeigt alle Details
In anderen Autos geht es deutlich enger zu. Zur Not passen aber meist drei Sitze in die zweite Reihe. Die Tester haben jedes Auto in einem Kommentar beschrieben. Klicken Sie in der Tabelle auf das gewünschte Auto: Die Einzelproduktansicht erscheint. Klicken Sie am Testkommentar auf "Details anzeigen", dann erhalten Sie eine ausführliche Beschreibung für alle Sitzpositionen Ihres Modells. Auch die Farbgrafik (an jedem Auto) gibt diese Ergebnisse wieder.
Tabelle: Alle Autos im Test
Besonders praktisch
Opel Zafira Tourer und Skoda Roomster punkten auch mit Variabilität, zum Beispiel dank längs verstellbarer Fondsitze. Erstaunlich gut für Kinder arrangiert ist der Hyundai i30 Wagon: Der hat zwar weniger Platz als die größeren Vans heran, erlaubt sich aber beim Kindersitzeinbau kaum Schwächen. Damit ist der i30 insgesamt sogar „familientauglicher“ als der grössere i40.
Besonders unpraktisch
Opel Zafira Tourer hätte auf der hinteren Sitzbank komfortable Platzverhältnisse für drei. Der Mittelplatz ist laut Bedienungsanleitung jedoch nicht für Kinder zugelassen. Beim Skoda Roomster lässt sich ebenfalls locker ein dritter Sitz in der Mitte installieren, die Bedienungsanleitung gestattet jedoch nur solche in Fahrtrichtung. Die übrigen Testwagen sind entweder eingeschränkt im Platz, oder der Mittelsitz ist laut Hersteller schlicht nicht für alle universellen Kindersitz-Kategorien geeignet oder zugelassen. Am restriktivsten ist wiederum Subaru: Der mittlere Sitz der zweiten Reihe ist sowohl beim Legacy als auch beim XV nicht für Kinder geeignet.
Dritte Reihe nur ausreichend
Vans mit sieben oder acht Sitzen sind bei großen Familien angesagt. Für Kindersitze ist die dritte Reihe allerdings nicht optimal. Der Fußraum ist meist klein und der Zugang durch die Seitentür bleibt für die dritte Reihe versperrt, wenn davor bereits Kindersitze montiert sind. Das beste Urteil für die dritte Reihe lautet im Test deshalb: ausreichend. Immerhin bieten die Plätze sieben und acht theoretisch Raum für zwei weitere Kinder. Nur komfortabel geht anders.
Hinten ist besser
Sicher und bequem fahren Kinder in der zweiten Reihe, vorausgesetzt der Autogurt ist lang genug. Beim Alfa Romeo, BMW 3er, Citroën Berlingo, Citroën C3 Picasso, Fiat Freemont, Ford Mondeo, Mazda CX-5, Nissan Qashqai und Opel Zafira sind die Gurte zu kurz. Zumindest für die rückwärtsgerichtete Babyschale. Der Gurt zieht die Babyschale so steil in Richtung Rücksitz, dass das Kind fast aufrecht in ihr steht. Keine gute Lösung. Bis auf Fiat Freemont, bei dem Fiat den Kindertransport auf der Beifahrerseite untersagt, sollten bei den anderen Modellen mit zu kurzen Gurten Babys besser auf dem Beifahrersitz reisen. Airbag unbedingt abschalten!
Tipps: Wohin mit dem Kindersitz?
Isofix ist besser
Isofix-Sitze gelten als besonders sicher. Dort, wo Isofix-Ösen vorhanden sind, sollten Eltern deshalb Isofix-Sitze einbauen. Meist sind die hinteren beiden Außenplätze mit Isofix-Ösen versehen. Gut zugänglich wie beim VW Golf oder tief verborgen in der Polsterfuge zwischen Rücksitz und Lehne wie beim Toyota Verso. Die Tester haben auch das präzise protokolliert. Der Testkommentar zeigt alle Details.
Hintergrund: Was ist Isofix?
Stauraum ist kritisch
Der Peugeot 5008 hat sogar Platz für drei Isofix-Sitze: auf allen Plätzen der zweiten Reihe. Vorsicht allerdings: Isofix-Sitze mit Stützfuß sind beim Peugeot 5008 kritisch. Das Auto hat Staufächer im Fahrzeugboden. Ihre Abdeckung aus Kunststoff ist nicht stabil genug. Das gilt im Prinzip für alle Autos mit Staufächern im Fußraum. Einige Hersteller bieten stabilere Abdeckungen oder eine Füllung, die das Staufach stabilisiert. Beachten Sie die Hinweise in der Betriebsanleitung Ihres Autos.
Top Tether behindert
Isofix-Sitze mit einem oberen Haltegurt (Top Tether) sind dagegen kein Problem. Der Peugeot 5008 hat die erforderlichen Ösen gut zugänglich oben in der Rücksitzlehne. So auch der Seat Exeo. Bei einigen anderen Autos sind die Ösen ungünstig seitlich oder weit hinten im Laderaum platziert. Beim VW Golf etwa liegen die Ösen am Ausschnitt der Heckklappe. Die Folge: Der Top Tether-Gurt läuft schräg durch den Kofferraum. Das behindert beim Laden.
Produktfinder Autokindersitze: 227 Sitze im Test
Sicherheit für Ihr Kind: Der Produktfinder Autokindersitze zeigt Ihnen die besten Autokindersitze für alle Altersklassen. Beim Kindersitz zählen drei Faktoren: Sicherheit, Handhabung und Ergonomie. Alle drei prüfen die Tester intensiv – und dazu seit 2011 auch, ob die Sitze Schadstoffe enthalten.
Produktfinder Autokindersitze: 227 Sitze im Test – Sicherheit für Ihr Kind
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