10.12.2012

Autos und Kinder­sitze: Die besten Autos für Familien

Autos und Kindersitze Test

Welches Auto bietet viel Platz für Kinder? Die Stiftung Warentest hat's ausprobiert. Im Test: 58  Autos aller Klassen: vom Alfa Romeo Giulietta bis zum VW Touran. Mit dabei auch die aktuellen 3er von BMW oder der Low-Budget Van Dacia Lodgy. test.de zeigt die besten Familien­kutschen.

Ab drei Sitzen wird es eng

Zwei Kinder­sitze im Auto sind kein Problem. Sie passen hinten auf die Außenplätze. Selbst im Kleinwagen. Doch schon beim dritten Kinder­sitz wird es eng. Der Mittel­sitz ist oft zu schmal, der Auto­gurt zu kurz oder das Gurt­schloss durch bereits einge­baute Kinder­sitze blockiert zum Produktfinder Autokindersitze. Wer mit drei oder vier Kindern fahren will, braucht das passende Auto dafür. test.de zeigt die besten Modelle.

58 Autos im Test

Im Test: 58 gängige Autos – vom 3er BMW bis zum Opel Zafira mit drei Sitzreihen. Die Stiftung Warentest hat jeweils ausprobiert, wie viele Kinder­sitze in die Autos passen. Die Tester bauten drei Kinder­sitze für unter­schiedliche Alters­klassen ein: eine Babyschale, einen Gruppe-I-Isofixsitz und einen mitwachsenden Sitz für größere Kinder (Gruppe II/III). Der Einbau erfolgte auf allen geeigneten Positionen: Beifahrersitz, zweite Reihe und dritte Reihe – sofern vorhanden. Platz­angebot, Sitz­gestaltung und letzt­lich auch die Vorschriften den Fahr­zeuganbieter entscheiden darüber, ob die zweite Reihe drei oder nur zwei Kinder­sitze aufnehmen kann.

Beifahrer nach hinten

Die Über­raschung: Selbst in typischen Familien­autos und Vans fehlt oft der Platz für einen dritten oder vierten Kinder­sitz. So etwa beim Citroën C3 Picasso. Ein Van mit viel Platz – im Prinzip. Doch der Mittel­sitz ist beim C3 nicht für Kinder geeignet. Der dritte Kinder­sitz müsste deshalb auf den Beifahrersitz, der Beifahrer nach hinten. Doch auch für einen Erwachsenen bleibt hinten zwischen zwei Kinder­sitzen kaum Platz. Unkomfortabel. Keine Lösung für Familien.

Familie in Fesseln

Auch der Opel Zafira fällt für kinder­reiche Familien flach. Hier passen zwar zur Not drei Kinder in die zweite Reihe, dafür ist der Beifahrersitz mangelhaft. Grund: Der Airbag lässt sich nicht einfach abschalten. Opel bietet statt­dessen eine auto­matische Sitzbelegungs­erkennung an. Gegen Aufpreis. Die funk­tioniert aber nur mit Kinder­sitzen von Opel: Familie in Fesseln. Keine gute Lösung. Schade, denn der Zafira ist eines der wenigen Autos im Test, das serien­mäßig sieben Sitze hat. Selbst bei Mercedes ist eine aufpreis­pflichtige Sitzbelegungs­erkennung erforderlich. Die Airbag-Deaktivierung ist beim Volvo V40 eine kosten­pflichtige Option.

Kein Baby als Beifahrer

Auf dem Beifahrersitz des Mazda 5 darf eine rück­wärts gerichtete Babyschale der Gruppe 0+ nicht montiert werden. Der Airbag dieses Vans lässt sich nämlich gar nicht erst abschalten. Es sei denn, man lässt für 116 Euro einen Schlüssel­schalter nach­träglich einbauen. Beim Fiat Freemont und bei allen drei getesteten Subaro-Modellen ist laut Bedienungs­anleitung der Beifahrersitz­platz für Kinder nicht geeignet.

Vans fahren vorn

Die großen Vans von Citroën, Fiat, Peugeot, Seat und VW stellen die Ehre der Familien­kutschen schließ­lich wieder her. Sie bieten mehr Platz. Auch für den dritten und vierten Kinder­sitz, egal welcher Marke. Der Airbag auf dem Beifahrersitz lässt sich mit dem Auto­schlüssel abschalten. Ebenfalls im Rennen bleibt der Renault Kangoo. Der Kombi mit dem hohen Dach bietet hinten Platz für drei Kinder­sitze. Schiebetüren erleichtern den Zugang. Auch Fiat Doblò und Opel Combo bieten diese praktischen Pforten.
Tabelle Vans

Test­kommentar zeigt alle Details

In anderen Autos geht es deutlich enger zu. Zur Not passen aber meist drei Sitze in die zweite Reihe. Die Tester haben jedes Auto in einem Kommentar beschrieben. Klicken Sie in der Tabelle auf das gewünschte Auto: Die Einzel­produkt­ansicht erscheint. Klicken Sie am Test­kommentar auf "Details anzeigen", dann erhalten Sie eine ausführ­liche Beschreibung für alle Sitz­positionen Ihres Modells. Auch die Farb­grafik (an jedem Auto) gibt diese Ergeb­nisse wieder.
Tabelle: Alle Autos im Test

Besonders praktisch

Opel Zafira Tourer und Skoda Roomster punkten auch mit Varia­bilität, zum Beispiel dank längs verstell­barer Fondsitze. Erstaunlich gut für Kinder arrangiert ist der Hyundai i30 Wagon: Der hat zwar weniger Platz als die größeren Vans heran, erlaubt sich aber beim Kinder­sitz­einbau kaum Schwächen. Damit ist der i30 insgesamt sogar „familien­tauglicher“ als der grössere i40.

Besonders unpraktisch

Opel Zafira Tourer hätte auf der hinteren Sitz­bank komfortable Platz­verhält­nisse für drei. Der Mittel­platz ist laut Bedienungs­anleitung jedoch nicht für Kinder zugelassen. Beim Skoda Roomster lässt sich ebenfalls locker ein dritter Sitz in der Mitte installieren, die Bedienungs­anleitung gestattet jedoch nur solche in Fahrt­richtung. Die übrigen Testwagen sind entweder einge­schränkt im Platz, oder der Mittel­sitz ist laut Hersteller schlicht nicht für alle universellen Kinder­sitz-Kategorien geeignet oder zugelassen. Am restriktivsten ist wiederum Subaru: Der mitt­lere Sitz der zweiten Reihe ist sowohl beim Legacy als auch beim XV nicht für Kinder geeignet.

Dritte Reihe nur ausreichend

Vans mit sieben oder acht Sitzen sind bei großen Familien angesagt. Für Kinder­sitze ist die dritte Reihe allerdings nicht optimal. Der Fußraum ist meist klein und der Zugang durch die Seiten­tür bleibt für die dritte Reihe versperrt, wenn davor bereits Kinder­sitze montiert sind. Das beste Urteil für die dritte Reihe lautet im Test deshalb: ausreichend. Immerhin bieten die Plätze sieben und acht theoretisch Raum für zwei weitere Kinder. Nur komfortabel geht anders.

Hinten ist besser

Sicher und bequem fahren Kinder in der zweiten Reihe, voraus­gesetzt der Auto­gurt ist lang genug. Beim Alfa Romeo, BMW 3er, Citroën Berlingo, Citroën C3 Picasso, Fiat Free­mont, Ford Mondeo, Mazda CX-5, Nissan Qashqai und Opel Zafira sind die Gurte zu kurz. Zumindest für die rück­wärts­gerichtete Babyschale. Der Gurt zieht die Babyschale so steil in Richtung Rück­sitz, dass das Kind fast aufrecht in ihr steht. Keine gute Lösung. Bis auf Fiat Free­mont, bei dem Fiat den Kinder­trans­port auf der Beifahrerseite untersagt, sollten bei den anderen Modellen mit zu kurzen Gurten Babys besser auf dem Beifahrersitz reisen. Airbag unbe­dingt abschalten!
Tipps: Wohin mit dem Kindersitz?

Isofix ist besser

Isofix-Sitze gelten als besonders sicher. Dort, wo Isofix-Ösen vorhanden sind, sollten Eltern deshalb Isofix-Sitze einbauen. Meist sind die hinteren beiden Außenplätze mit Isofix-Ösen versehen. Gut zugäng­lich wie beim VW Golf oder tief verborgen in der Pols­terfuge zwischen Rück­sitz und Lehne wie beim Toyota Verso. Die Tester haben auch das präzise protokolliert. Der Test­kommentar zeigt alle Details.
Hintergrund: Was ist Isofix?

Stauraum ist kritisch

Der Peugeot 5008 hat sogar Platz für drei Isofix-Sitze: auf allen Plätzen der zweiten Reihe. Vorsicht allerdings: Isofix-Sitze mit Stützfuß sind beim Peugeot 5008 kritisch. Das Auto hat Staufächer im Fahr­zeugboden. Ihre Abdeckung aus Kunststoff ist nicht stabil genug. Das gilt im Prinzip für alle Autos mit Staufächern im Fußraum. Einige Hersteller bieten stabilere Abdeckungen oder eine Füllung, die das Staufach stabilisiert. Beachten Sie die Hinweise in der Betriebs­anleitung Ihres Autos.

Top Tether behindert

Isofix-Sitze mit einem oberen Haltegurt (Top Tether) sind dagegen kein Problem. Der Peugeot 5008 hat die erforderlichen Ösen gut zugäng­lich oben in der Rück­sitzlehne. So auch der Seat Exeo. Bei einigen anderen Autos sind die Ösen ungünstig seitlich oder weit hinten im Laderaum platziert. Beim VW Golf etwa liegen die Ösen am Ausschnitt der Heck­klappe. Die Folge: Der Top Tether-Gurt läuft schräg durch den Kofferraum. Das behindert beim Laden.

Produktfinder Auto­kinder­sitze: 242 Sitze im Test

Autos und Kindersitze Test

Sicherheit für Ihr Kind: Der Produktfinder Autokindersitze zeigt Ihnen die besten Auto­kinder­sitze für alle Alters­klassen. Beim Kinder­sitz zählen drei Faktoren: Sicherheit, Hand­habung und Ergonomie. Alle drei prüfen die Tester intensiv – und dazu seit 2011 auch, ob die Sitze Schad­stoffe enthalten.
Produktfinder Autokindersitze: 242 Sitze im Test – Sicherheit für Ihr Kind

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Wohin mit dem Sitz?

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