12.08.2011

Augenoptikerketten: Nur eine ist gut

Augenoptikerketten Test

Die Branche verspricht hohe Qualität. Doch nur eine Augenoptikerkette ist im Test wirklich gut. Bei den anderen acht Ketten heißt es durch die Bank: befriedigend. Umso wichtiger ist es, sich als Kunde auf den Brillenkauf gut vorzubereiten, um am Ende auch wirklich die optimale Brille zu bekommen.

Die halbe Nation hat Sehprobleme

Etwa jeder Zweite in Deutsch­land sieht schlecht. Und knapp zwei Drittel der Betroffenen tragen zum Ausgleich eine Brille. Doch ob die zum richtigen Durch­blick verhilft, hängt vom Einsatz, der Erfahrung und dem Fingerspitzengefühl der Augen­optiker ab. Sie müssen viel beachten – von der Stärke des Sehproblems bis zum Sitz der fertigen Brille.

Neun große Augen­optikerketten im Test

Die Tester wollten wissen, wie gut den Augen­optikern das gelingt. Dazu besuchten fünf stark fehlsichtige Test­kunden 45 Filialen neun großer Augen­optikerketten und ließen sich jeweils eine Brille anfertigen. Anschließend nahmen die Tester die Fehlsichtig­keits­messung und die Qualität der gefertigten Brillen unter die Lupe. Auch die Beratung und Kunden­orientierung wurde bewertet. Das enttäuschende Ergebnis: Mit Optiker Bode schnitt nur eine einzige Augen­optikerkette gut ab. Die anderen acht Ketten bekamen durch die Bank nur ein befriedigend.

Schwächen in der Beratung

Schwächen zeigten die Augen­optiker vor allem bei der Beratung. Sie setzt voraus, dass die Optiker ihre Kunden vor der Auswahl von Brille und Gläsern gründlich befragen. Doch manche Augen­optiker wollten kaum etwas wissen. Dabei müssten sie ihre Kunden zumindest nach dem letzten Augen­arzt­besuch fragen. Auch die wichtigen persönlichen Anforderungen an die neue Brille durch Beruf, Hobbys, Sport und Lesege­wohn­heiten kamen oft zu kurz. Etwas besser informierten die Optiker zu Gläsern und Fassungen. Unter dem Strich war die Qualität der Beratung aber bei keinem Anbieter gut.

Schwächen auch beim Anpassen der Brille

Zweites Manko: Manche Fassungen waren zu wenig an die Kopf­form der Test­kunden angepasst. So lagen zum Beispiel Pads nicht auf dem Nasenflügel auf, Metall­ränder gruben sich in die Haut oder Brillenbügel erzeugten Segel­ohren. Eine schlecht sitzende Fassung wirkt aber nicht nur unschön und unangenehm – oft beein­trächtigt sie sogar die Sehqualität. Denn die ist nur optimal, wenn das optische Zentrum jedes Brillenglases exakt vor der Pupillen­mitte liegt. Diesen Punkt müssen Optiker individuell ermitteln. Im Test klappte diese „Zentrierung“ bei allen gut oder befriedigend. Wenn die Brille aber schlecht angepasst ist, blickt der Träger womöglich nicht mehr an der richtigen Stelle durchs Glas. Das belastet die Augen.

Sehtests und Fertigung über­zeugen

Beim Test zeigten sich aber auch Stärken: Alle Ketten bis auf Fielmann und Binder Optik lieferten gute Ergeb­nisse bei der Bestimmung der Fehlsichtig­keit. Auch an der Fertigungs­qualität der Brillen gab es nur wenig zu bemängeln. Fünf­mal hieß es da gut, bei Optiker Bode und Krass Optik sogar sehr gut. Dennoch: Insgesamt acht der neun getesteten Ketten sind bloß befriedigend - den hohen Qualitäts­versprechen der Branche zum Trotz. Um unter diesen Umständen die best­mögliche Brille zu bekommen, sollten Kunden die Tipps zum Brillenkauf beachten. Weitergehende Fragen klärt der Test: Lohnt sich eine Brillen­versicherung? Was ist bei der Wahl der Fassung zu beachten? Was ist wichtig bei Gleitsicht­brillen? Was tun, wenn eine Brille reklamiert werden muss? Diese Fragen waren den Teilnehmern unserer Online-Umfrage zum Thema Augenoptiker besonders wichtig.

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