13.10.2008

Apple iPod: Neue Generationen im Test

Apple iPod Schnelltest

Im September stellte Apple in den USA neue iPods vor. Mehr Spaß denn je sollen die Multi­media­spieler bringen. Die Stiftung Warentest hat die neuen Varianten von Nano, Classic und Touch sofort gekauft und getestet. test.de nennt erste Ergebnisse.

Classic mit 120 GB

Sie heißen immer noch Shuffle, Nano, Classic und Touch: Die vier Mitglieder der iPod-Familie. Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft stellte Apple neue Generationen vor. Der Touch geht in die zweite, der Nano bereits in die vierte Generation. Der kleine Shuffle bleibt dagegen wie er ist. Auch am Classic hat Apple kaum etwas verändert. Neu ist nur, dass der 120 Gigabyte Speicher jetzt Standard ist. Darauf passen etwa 30 000 Songs oder 150 Stunden Video.

Silber bis Pink

Augenfällig wird der Generationswechsel nur beim iPod Nano. Das Gerät ist schlanker als das Vorjahresmodell. Apple hat den Bildschirm um 90 Grad gedreht und zeigt jetzt ein Hochformat an. Zurück zur Vergangenheit: Der neue Nano 2008 ähnelt wieder dem Nano von 2006. Neun Farben sind im Angebot: von silber bis pink. Interessant ist der Preis. Der neue Nano ist ab 149 Euro zu haben. Mit 8 GB Speicher. Bisher verlangte Apple dafür fast 200 Euro.

Nano klingt gut

Die Stiftung Warentest hat den neuen Nano in Deutschland gekauft. Amerikanische Verbraucherschützer von der Consumers Association lieferten die ersten Modelle aus den USA. Beide mussten sich im Testlabor beweisen. Was ist besser und was ist schlechter an der neuen Generation? Ergebnis: Der neue Nano ist ein gutes Gerät. Wie sein Vorgänger auch. Apples Korrekturen sind eher kosmetisch. Form und Optik sind neu, die Technik aber ist alt bewährt. Der neue Nano 2008 klingt ebenso gut wie der Nano 2007. Die amerikanische und die deutsche Variante unterschieden sich kaum. Nur in puncto Lautstärke: Das deutsche Gerät regelt die maximale Lautstärke normgerecht ab. Das beugt Gehörschäden vor.

Sensor bringt Spaß

Ein neues Gimmick bringt Spaß: Apple hat dem Nano einen Beschleunigungssensor spendiert. Der reagiert, wenn der Anwender sein Gerät schüttelt oder dreht. Einmal Schütteln spielt automatisch einen zufällig ausgewählten Titel, Drehen wechselt zur Breitbildansicht, mit der sich Fotos, Videos und Plattencover anzeigen lassen. Außerdem hat Apple die Menüstruktur verbessert. Auffälligste Neuerung: Der Nano liest sein Menü auf Wunsch sogar vor. Das hilft Sehbehinderten bei der Bedienung.

Touch profitiert am meisten

Noch stärker als der Nano profitiert der iPod Touch vom Generationswechsel. Äußerlich kaum verändert verfügt der neue Touch doch über wichtige Details. Die Lautstärke lässt sich jetzt über einen Regler an der Geräteseite einstellen. Das ging beim alten Touch nur über das Menü. Das neue Modell hat auch einen Lautsprecher an Bord. Der Touch bietet alle Internetfunktionen, die Apple-Fans vom iPhone kennen: Goggle-Maps, Wetterbericht, Börsendaten und Nachrichten etwa. Voraussetzung ist eine WLAN-Verbindung. Bedient wird der Touch über seinen berührungsempfindlichen Bildschirm. Die Steuerung sucht immer noch ihresgleichen.

40 Stunden Musik

Der neue iPod Touch startet übrigens schneller als das Modell von 2007. Auch die Akkulaufzeit hat Apple verbessert. Der Anbieter verspricht eine Spielzeit von 36 Stunden. Im Test brachten es die Geräte sogar auf 46 Stunden. Mit neuen, voll durchgeladenen Akkus, versteht sich. Zum Vergleich: Der alte iPod Touch der ersten Generation spielte im Testlabor nur für 26 Stunden.

Mobil für 80 Euro im Jahr

Der Service mobileMe eröffnet neue Anwendungsmöglichkeiten für den iPod Touch. Das Gerät kann bekanntlich online gehen. Wie das iPhone auch. Mit mobileMe lassen sich Termine, Dokumente und Daten via Internet verwalten. MobileMe bietet dazu Speicherplatz auf einem Webserver an. Von hier aus lassen sich die Daten auf den iPod laden. MobileMe ist allerdings nicht billig. Der Dienst kostet 80 Euro im Jahr.

Die Software fehlt

Kundenbindung hat bei Apple bereits System. Wer einen iPod kauft, braucht die firmeneigene Software iTunes. Die liefert Apple aber nicht mit. iPod Freunde brauchen deshalb einen modernen Computer und eine schnelle Breitbandverbindung zum Apple-Server im Internet. Das neue iTunes 8 umfasst etwa 75 Megabyte. Ohne die Software ist der iPod etwa so musikalisch wie ein toter Fisch. Beim iPod Touch funktioniert ohne iTunes noch nicht mal das Menü. Auf Nano und Classic laufen ohne iTunes immerhin noch Spiele.

Genius sammelt Daten

Mit iTunes Genius geht Apple nun den nächsten Schritt. Die neue Funktion perfektioniert die Kundenbindung. Genius registriert, welche Musik der Kunde hört, übermittelt die Daten an Apple und liefert dann Wiedergabelisten mit passenden Titeln. Apple schlägt nun ähnliche Songs zum Einkauf vor. Die Funktion, die zunächst im iTunes Store aktiviert werden muss, bringt dem Kunden Komfort und dem Anbieter jede Menge Daten.

Tiefer Blick ins Dekolleté

Kombiniert mit den persönlichen Informationen die Apple bereits hat, wie Namen, Anschrift, E-Mail und Kreditkartennummer, entstünden aus den Titelinformationen detaillierte Persönlichkeitsprofile. Wie gut, dass Apple diese Daten streng getrennt halten will. Die Genius Funktion übertrage die Titelinformationen anonym, heißt es in der Pressemeldung der Firma. Mit der „bahnbrechenden neuen Genius Technologie“ (O-Ton Apple) schaut der Anbieter seinen Kunden aber zumindest tief ins Dekolleté.

Test:  MP3-Spieler - mit den alten Varianten von iPod Nano, Classic und Touch

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