Dass Apple im Herbst ein neues, kleineres iPad vorstellen würde, war gerüchteweise schon länger bekannt. Dass aber auch das große iPad 3 bereits nach rund einem halben Jahr schon einen Nachfolger bekommen würde, kam ziemlich überraschend. Der Schnelltest zeigt, was das iPad Mini und das iPad 4 können.
[Update: 13.12.2012] Vollständige Testergebnisse jetzt im Vergleichstest
Seit Kurzem sind die beiden neuen iPads nun auch in der Version mit Mobilfunkmodem verfügbar – und haben inzwischen den vollen Tablet-Vergleichstest durchlaufen. Die vollständigen Testergebnisse der neuen iPads sind ab sofort in den aktuellen Test integriert: aktualisierte Fassung Tablet-Test.
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iPad Mini: Kleiner Neuling
Vor zwei Jahren hatte Steve Jobs noch über die Mini-Tablets der Konkurrenz gespottet: Sie seien zu groß, um mit Smartphones mithalten zu können, und zu klein, um sich gegen das iPad zu behaupten. Doch der Erfolg gab Samsung und Co recht. Ihre Kleinen kamen beim Publikum gut an. Also bringt nun auch Apple ein eigenes kleines Tablet auf den Markt – und findet dabei eine gelungene Balance zwischen Displaygröße und Gewicht. Sein Touchscreen ist mit 20 Zentimeter Bilddiagonale größer als etwa der des Asus / Google Nexus 7 aus dem aktuellen Tablet-Test. Trotzdem ist das iPad Mini mit nur 310 Gramm leichter und mit gerade einmal 6 Millimeter auch dünner als alle anderen Tablets, die wir bisher geprüft haben. Schön: Das neue Mini-iPad liegt richtig gut in der Hand. Allen, die schon länger mit einem iPad liebäugeln, die bisherigen Modelle aber zu groß und schwer fanden, dürfte es auf Anhieb gefallen.
Brauchbares Display, sehr guter Akku
Der Bildschirm des iPad Mini ist etwas größer als der des Nexus 7, hat aber mit nur 1024 mal 768 Bildpunkten eine geringere Auflösung. Dafür ist es heller und bietet einen etwas größeren Blickwinkel als das Asus-Google-Tablet. Mit der Bildqualität von iPad 3 und iPad 4 kann das iPad Mini nicht mithalten, aber schlecht ist sein Display nicht. Durch seine handlichere Bauform würde sich das iPad Mini eigentlich eher zum Fotografieren und Filmen anbieten als die großen iPad-Modelle. Doch ist seine Kamera schlechter als die seiner großen Brüder. Bei der Rechenleistung liegt das iPad Mini klar hinter dem neuen iPad 4, aber in etwa gleichauf mit dem schon recht flotten Nexus 7. Seine größte Stärke sind die Akkulaufzeiten: Das iPad mini hält beim Dauersurfen über zehn und beim Abspielen von Videos sogar fast elf Stunden durch. Das schafft im aktuellen Test kein anderes Mini-Tablet. Außerdem ist der Akku schon nach gut fünfeinhalb Stunden geladen. Der des iPad 3 braucht fast doppelt so lang. Unter dem Strich gelingt Apple mit dem iPad Mini ein guter Start in die Welt der kleinen Tablets.
iPad 4: Unerwarteter Nachwuchs
Während das iPad Mini schon länger erwartet wurde, hat das große iPad der vierten Generation den Markt ziemlich überrascht – und womöglich manchen Fan verärgert. Wer gerade ein Exemplar des im März vorgestellten iPad 3 angeschafft hat, wird nicht begeistert sein, dass sein nagelneues Edeltablet nun auf einmal schon ein Auslaufmodell ist. Zumal Apple dessen Vorgänger, das iPad 2 siehe Tablet-Test von 2011 als günstigen Einstieg in die iPad-Welt weiterhin vermarktet. Rein äußerlich hat sich beim iPad 4 freilich wenig verändert. Nur der 30-polige „Dock“-Anschluss, der bisherige iPad-Modelle mit dem PC und diversem optionalem Zubehör verband, ist dem neuen „Lightning“-Anschluss gewichen, den Apple mit dem iPhone 5 eingeführt hat. Ansonsten sieht das iPad 4 genauso aus wie das iPad 3. Vorteil des neuen Anschlusses: Er wirkt robuster und weniger fummelig als der alte „Dock“-Anschluss. Nachteile: Auch der neue Anschluss ist wieder eine Apple-Speziallösung. Und das alte Zubehör passt nicht an den neuen Anschluss. Apple bietet einen kostenpflichtigen Zusatzadapter an.
Mehr Rechenleistung, leicht optimiertes Display
Die wichtigste Neuerung des iPad 4 gegenüber seinem Vorgänger ist sein neuer, schnellerer Prozessor. Dabei ist im aktuellen Tablet-Test das iPad 3 schon eins der schnellsten und hängt die Konkurrenz bei der 3D-Leistung sogar ab. Das iPad 4 arbeitet nun in der Tat noch ein wenig schneller, was sich zum Beispiel in einem noch etwas flüssigeren Tempo beim Surfen niederschlägt. Auch das ohnehin schon gute und besonders hochauflösende Display des iPad 3 scheint Apple fürs iPad 4 noch einmal leicht überarbeitet zu haben: Es ist nicht ganz so hell, bietet dafür aber einen noch etwas besseren Kontrast. An den guten Akkulaufzeiten hat sich trotz schnellerem Prozessor wenig geändert: Auch das iPad 4 schafft rund zehn Stunden Dauersurfen und etwa elf Stunden im Videobetrieb. Insgesamt bringt das iPad 4 keine radikalen Neuerungen, sondern eine solide – und unerwartet frühe – Modellpflege.
Sehr gute Verarbeitung, hohe Preise
Beide neuen iPad-Modelle sind bisher ausschließlich in Modellvarianten verfügbar, die nur per WLan ins Internet können. Versionen mit zusätzlichem Mobilfunkmodul sind angekündigt – sie sollen dann auch einen GPS-Empfänger haben (siehe Tabelle). Beide iPads sind sehr gut verarbeitet. Und beide teilen die üblichen Vor- und Nachteile aller iOS-Geräte: Die Benutzeroberfläche ist betont simpel und auch für technisch weniger Versierte schnell zu durchschauen. Dafür ist iOS geschlossener und weniger flexibel als das wichtigste Konkurrenz-System Android. Ein weiterer Nachteil verbindet die beiden neuen iPads mit anderen Apple-Produkten: Sie sind nicht gerade billig. Während Google sein Nexus 7 mit 16 Gigabyte Speicher zum Kampfreis von 199 Euro anbietet, kostet das iPad Mini selbst in der einfachsten Variante schon 329 Euro. Die üppigste Version mit Mobilfunkmodem und 64 Gigabyte soll sogar 656 Euro kosten. Auch beim großen iPad 4 ist schon die einfachste Variante mit 499 Euro nicht ganz billig, und die Luxus-Version mit 829 Euro sogar richtig teuer. Wer keinen großen Wert auf das iOS-System und den Apple-Kultfaktor legt, wird unter den 13 Android-Tablets im aktuellen Tablet-Test teilweise erheblich günstigere Alternativen finden.
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