12.12.2012

Apple iPad 4 und iPad Mini: Zwei neue Apple-Tablets

Apple iPad 4 und iPad Mini Schnelltest

Dass Apple im Herbst ein neues, kleineres iPad vorstellen würde, war gerüchte­weise schon länger bekannt. Dass aber auch das große iPad 3 bereits nach rund einem halben Jahr schon einen Nach­folger bekommen würde, kam ziemlich über­raschend. Der Schnell­test zeigt, was das iPad Mini und das iPad 4 können.

[Update: 30.01.2014] Alle Test­ergeb­nisse im Produktfinder Tablets

Die beiden iPads sind mitt­lerweile auch in der Version mit Mobil­funk­modem verfügbar – und haben inzwischen den vollen Tablet-Vergleichs­test durch­laufen. Die voll­ständigen Test­ergeb­nisse der neuen iPads und vieler anderer Tabelts finden Sie im Produktfinder Tablets.[Ende Update]

iPad Mini: Kleiner Neuling

Vor zwei Jahren hatte Steve Jobs noch über die Mini-Tablets der Konkurrenz gespottet: Sie seien zu groß, um mit Smartphones mithalten zu können, und zu klein, um sich gegen das iPad zu behaupten. Doch der Erfolg gab Samsung und Co recht. Ihre Kleinen kamen beim Publikum gut an. Also bringt nun auch Apple ein eigenes kleines Tablet auf den Markt – und findet dabei eine gelungene Balance zwischen Displaygröße und Gewicht. Sein Touchs­creen ist mit 20 Zenti­meter Bild­diagonale größer als etwa der des Asus / Google Nexus 7 aus dem aktuellen Tablet-Test. Trotzdem ist das iPad Mini mit nur 310 Gramm leichter und mit gerade einmal 6 Milli­meter auch dünner als alle anderen Tablets, die wir bisher geprüft haben. Schön: Das neue Mini-iPad liegt richtig gut in der Hand. Allen, die schon länger mit einem iPad lieb­äugeln, die bisherigen Modelle aber zu groß und schwer fanden, dürfte es auf Anhieb gefallen.

Brauch­bares Display, sehr guter Akku

Der Bild­schirm des iPad Mini ist etwas größer als der des Nexus 7, hat aber mit nur 1024 mal 768 Bild­punkten eine geringere Auflösung. Dafür ist es heller und bietet einen etwas größeren Blick­winkel als das Asus-Google-Tablet. Mit der Bild­qualität von iPad 3 und iPad 4 kann das iPad Mini nicht mithalten, aber schlecht ist sein Display nicht. Durch seine hand­lichere Bauform würde sich das iPad Mini eigentlich eher zum Fotografieren und Filmen anbieten als die großen iPad-Modelle. Doch ist seine Kamera schlechter als die seiner großen Brüder. Bei der Rechen­leistung liegt das iPad Mini klar hinter dem neuen iPad 4, aber in etwa gleich­auf mit dem schon recht flotten Nexus 7. Seine größte Stärke sind die Akku­lauf­zeiten: Das iPad mini hält beim Dauer­surfen über zehn und beim Abspielen von Videos sogar fast elf Stunden durch. Das schafft im aktuellen Test kein anderes Mini-Tablet. Außerdem ist der Akku schon nach gut fünf­einhalb Stunden geladen. Der des iPad 3 braucht fast doppelt so lang. Unter dem Strich gelingt Apple mit dem iPad Mini ein guter Start in die Welt der kleinen Tablets.

iPad 4: Unerwarteter Nach­wuchs

Während das iPad Mini schon länger erwartet wurde, hat das große iPad der vierten Generation den Markt ziemlich über­rascht – und womöglich manchen Fan verärgert. Wer gerade ein Exemplar des im März vorgestellten iPad 3 ange­schafft hat, wird nicht begeistert sein, dass sein nagelneues Edel­tablet nun auf einmal schon ein Auslaufmodell ist. Zumal Apple dessen Vorgänger, das iPad 2 siehe Tablet-Test von 2011 als güns­tigen Einstieg in die iPad-Welt weiterhin vermarktet. Rein äußerlich hat sich beim iPad 4 freilich wenig verändert. Nur der 30-polige „Dock“-Anschluss, der bisherige iPad-Modelle mit dem PC und diversem optionalem Zubehör verband, ist dem neuen „Light­ning“-Anschluss gewichen, den Apple mit dem iPhone 5 einge­führt hat. Ansonsten sieht das iPad 4 genauso aus wie das iPad 3. Vorteil des neuen Anschlusses: Er wirkt robuster und weniger fummelig als der alte „Dock“-Anschluss. Nachteile: Auch der neue Anschluss ist wieder eine Apple-Speziallösung. Und das alte Zubehör passt nicht an den neuen Anschluss. Apple bietet einen kostenpflichtigen Zusatzadapter an.

Mehr Rechen­leistung, leicht optimiertes Display

Die wichtigste Neuerung des iPad 4 gegen­über seinem Vorgänger ist sein neuer, schnel­lerer Prozessor. Dabei ist im aktuellen Tablet-Test das iPad 3 schon eins der schnellsten und hängt die Konkurrenz bei der 3D-Leistung sogar ab. Das iPad 4 arbeitet nun in der Tat noch ein wenig schneller, was sich zum Beispiel in einem noch etwas flüssigeren Tempo beim Surfen nieder­schlägt. Auch das ohnehin schon gute und besonders hoch­auflösende Display des iPad 3 scheint Apple fürs iPad 4 noch einmal leicht über­arbeitet zu haben: Es ist nicht ganz so hell, bietet dafür aber einen noch etwas besseren Kontrast. An den guten Akku­lauf­zeiten hat sich trotz schnel­lerem Prozessor wenig geändert: Auch das iPad 4 schafft rund zehn Stunden Dauer­surfen und etwa elf Stunden im Video­betrieb. Insgesamt bringt das iPad 4 keine radikalen Neuerungen, sondern eine solide – und unerwartet frühe – Modell­pflege.

Sehr gute Verarbeitung, hohe Preise

Beide neuen iPad-Modelle sind bisher ausschließ­lich in Modell­varianten verfügbar, die nur per WLan ins Internet können. Versionen mit zusätzlichem Mobil­funk­modul sind angekündigt – sie sollen dann auch einen GPS-Empfänger haben (siehe Tabelle). Beide iPads sind sehr gut verarbeitet. Und beide teilen die üblichen Vor- und Nachteile aller iOS-Geräte: Die Benutz­eroberfläche ist betont simpel und auch für tech­nisch weniger Versierte schnell zu durch­schauen. Dafür ist iOS geschlossener und weniger flexibel als das wichtigste Konkurrenz-System Android. Ein weiterer Nachteil verbindet die beiden neuen iPads mit anderen Apple-Produkten: Sie sind nicht gerade billig. Während Google sein Nexus 7 mit 16 Gigabyte Speicher zum Kampf­reis von 199 Euro anbietet, kostet das iPad Mini selbst in der einfachsten Variante schon 329 Euro. Die üppigste Version mit Mobil­funk­modem und 64 Gigabyte soll sogar 656 Euro kosten. Auch beim großen iPad 4 ist schon die einfachste Variante mit 499 Euro nicht ganz billig, und die Luxus-Version mit 829 Euro sogar richtig teuer. Wer keinen großen Wert auf das iOS-System und den Apple-Kult­faktor legt, wird unter den 13 Android-Tablets im aktuellen Tablet-Test teil­weise erheblich güns­tigere Alternativen finden.

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