25.03.2010

Allzweckcremes: Lidl liegt vorn

Allzweckcremes Test

An den Pflegeeigenschaften der 15 Cremes gibt es kaum etwas auszusetzen. „Sehr gut“ ist aber nur eine: Cien Hautpflege Creme Soft von Lidl.

Nächstes Jahr wird sie 100 Jahre alt, die Nivea-Creme in der blauen Dose. Dass sie die Haut in bewährter Manier pflegen kann, stellte sie auch in unserem Test unter Beweis. Doch den Anwendern gefiel sie am wenigsten. „Zu dickflüssig“, monierten viele. Zur Note „gut“ reichte es dennoch, wenn auch auf einem der hinteren Plätze.

Die Testkonkurrenten erzielten ebenfalls mindestens das test-Qualitätsurteil „gut“. Doch „sehr gut“ ist allein Cien Hautpflege Creme Soft von Lidl. Gleichzeitig gehört diese Allzweckcreme mit 50 Cent pro 100 Milliliter zu den preiswertesten.

Zum Abschminken und Schuheputzen

Sie sind die Alleskönner unter den Cremes und haben einen festen Platz in fast jedem Badezimmer. Vornehmlich cremen sich die Nutzer mit ihnen Hände und Gesicht ein, verwenden sie auch als Hautschutz bei klirrekaltem Winterwetter. Vor allem Männer benutzen sie ganzjährig gern fürs Gesicht, aber auch Kinder werden damit eingecremt. Andere versuchen, ihr fliegendes Haar mit diesen Cremes zu bändigen. Manch einer soll sich damit sogar die Schuhe einfetten. Nicht zuletzt wird Allzweckcreme oft zum Abschminken genutzt.

Hautgefühl oft nur „befriedigend“

Es spricht nichts dagegen, mit einer Allzweckcreme auch das Gesicht zu pflegen. Alle geprüften Cremes versorgen die Haut „gut“ oder Lidl/Cien sogar „sehr gut“ mit der notwendigen Feuchtigkeit und bewahren sie dort über Stunden. Das können spezielle Gesichtspflegemittel oft nicht besser. Wichtig ist aber auch das subjektive Hautgefühl im Gesicht nach dem Eincremen. Und das empfanden etliche unserer Probanden nicht besser als „befriedigend“. Sowohl die Glätte als auch die Geschmeidigkeit und Elastizität der Gesichtshaut fanden sie nicht optimal bei den Cremes CD, Nivea Soft Creme, Yves Rocher, Florena, Eldena von Aldi (Nord) und Balea von dm. An den Händen gefiel ihnen das Hautgefühl fast durchweg besser als im Gesicht.

Nicht jede lässt sich leicht verteilen

Eldena von Aldi (Nord) und vor allem die Nivea Creme verpassten in der Anwendungsprüfung die Note „gut“: Sie lassen sich nicht ganz einfach verteilen und ziehen nicht schnell genug ein.

An der Hautverträglichkeit gab es bei keiner der getesteten Cremes etwas zu beanstanden. Die Probanden vertrugen die Cremes gut. Trotzdem kann es im Einzelfall Probleme geben, wenn zum Beispiel bei trockener Haut eine zu „magere“ oder bei normaler bis fettiger Haut eine zu reichhaltige Allzweckcreme benutzt wird.

Die Fetten und die Mageren

Wer den Emulsionstyp der Creme kennt, kann leichter die passende für seinen Hautzustand auswählen. Doch die Anbieter machen nur selten Angaben dazu, ob es sich bei den Cremes um Wasser-in-Öl- oder Öl-in-Wasser-Emulsionen handelt. Die Abkürzung für Wasser-in-Öl-Emulsionen heißt W/O, für Öl-in-Wasser-Emulsionen O/W.

Tipp: In der Tabelle finden Sie die Angaben zum Emulsionstyp der Cremes.

  • Bei W/O-Cremes handelt es sich um vergleichsweise reichhaltige Mischungen. Sie bestehen aus winzigen Wasserkügelchen, die in Öl eingeschlossen sind. Sie ziehen meist langsamer in die Haut ein als die O/W-Emulsionen, glänzen leicht und empfehlen sich vor allem bei trockener und reifer Haut sowie im Winter als Hautschutz.
  • Bei O/W-Emulsionen ist es umgekehrt: Bei dieser „leichteren“ Cremevariante sind kleine Öltröpfchen in Wasser verteilt, das Wasser schließt das Öl ein. Sie ziehen in der Regel schneller ein und eignen sich besonders für normale und fettreiche Haut.

Besonders in leichteren, stark wasserhaltigen Cremes können sich unerwünschte Keime schnell vermehren. Sie müssen deshalb vor Verderb und Keimbefall geschützt werden. Dazu setzen die Hersteller Konservierungsstoffe ein. Die schützen nicht nur die Creme, sondern vor allem den Verwender. Denn wer eine verdorbene Creme benutzt, muss schlimmstenfalls mit heftigen entzündlichen Hautreaktionen rechnen. Bei den Cremes zeigte sich im Test allerdings keine Gefahr: Alle erwiesen sich als mikrobiologisch einwandfrei.

Doch so sinnvoll Konservierungsstoffe auch sind, im Einzelfall können sie allergische Reaktionen hervorrufen.

Tipp: Allergiker erfahren in der Tabelle, welche Substanzen in den Allzweckcremes eingesetzt wurden, und können so individuell problematische Stoffe meiden. Wenn Sie generell Vorbehalte gegen die Haltbarmacher haben, finden Sie vor allem unter den fettreichen Wasser-in-Öl-Emulsionen auch solche, die frei von Konservierungsstoffen sind. Sie sind von der Grundrezeptur her nicht so anfällig für Keime und Verderb wie Cremes auf Wasserbasis.

Aufpassen bei der Haltbarkeit

Eine parfümfreie ist unter den geprüften Cremes nicht vertreten. Alle enthalten Duftstoffe, schon um den Eigengeruch der Grundstoffe zu überdecken. Der wird nicht immer als angenehm empfunden.

Tipp: Achten Sie beim Kauf auch auf die Angaben zur Haltbarkeit der Cremes, die ist sehr unterschiedlich. Manche Hersteller garantieren nach dem Öffnen eine Haltbarkeit von nur sechs Monaten, andere versprechen eine doppelt so lange Zeit.

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